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Greenpeace legt Plan für Energiewende vor
Atomausstieg bis 2015, Kohleausstieg bis 2040

Der Atomausstieg kann nach Berechnungen von Greenpeace geordnet bis 2015 und ein Ausstieg aus klimaschädlicher Kohle bis 2040 umgesetzt werden. Das geht aus einem Fahrplan für die Energiewende hervor, den die unabhängige Umweltschutzorganisation heute kurz vor dem Energiegipfel von Bundesregierung und Bundesländern in Berlin präsentiert. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, den schnellen Atomausstieg, konsequenten Klimaschutz und eine vollständigen Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien bis 2050 in ihrem Energiekonzept zu verankern.

Die Bundesregierung muss jetzt beweisen, dass sie die angekündigte Energiewende ernst meint, sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. Die Technologien stehen bereit, die Konzepte liegen auf dem Tisch und die Menschen wollen so schnell wie möglich raus aus der Atomkraft und rein in den Klimaschutz! Als Brückentechnologie fordert Greenpeace Erdgaskraftwerke und hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem muss ein Energieeffizienzgesetz beschlossen werden, das den Namen auch verdient. So kann der geforderte Atomausstieg mit Augenmaß bis 2015 und Klimaschutz zugleich umgesetzt werden, so Böhling.

Im Greenpeace Fahrplan wird die Machbarkeit der Energiewende Schritt für Schritt, kraftwerksgenau und anhand der technischen Realisierbarkeit dargestellt. Für einen geordneten Atomausstieg bis 2015 müssen 16 Erdgaskraftwerke gebaut werden, die zum größten Teil bereits in Bau sind. Parallel kann der Anteil von hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen gesteigert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf rund 40 Prozent bis 2020 erhöht werden. Bis 2040 kann Deutschland komplett aus Kohlekraftkraftwerken aussteigen. Mit diesem Energiekonzept wird Deutschland seinen Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 46 Prozent und bis 2050 um 90 Prozent reduzieren.

Bis 2030 wird die Energiewende 300 Milliarden Euro Brennstoffkosten sparen

Für die Energiewende fordert Greenpeace, dass Neuinvestitionen ausschließlich in Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Erdgaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung gehen. Kohlekraftwerke dürfen aus Gründen des Klimaschutzes nicht mehr gebaut werden. Dafür müssen jetzt entsprechende Gesetze erarbeitet werden. Von dieser zukunftgerechten Erneuerung Deutschlands profitiert die ganze Volkswirtschaft: Neben vermindertem atomaren Risiko und höherer Lebensqualität durch eine sauberere Umwelt führt die Energiewende laut Berechnung auch zu volkswirtschaftlichen Einsparungen von 300 Milliarden Euro bis 2030 und bis zu einer Million Arbeitsplätze allein im Bereich Erneuerbarer Energien bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ist technisch möglich, ökologisch notwendig und volkswirtschaftlich sinnvoll. Sie erfordert zwar höhere Investitionen zu Beginn, die zahlen sich aber mittel- und langfristig aus, sagt Dr. Michael Sterner, Wissenschaftler am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik.

Atomausstieg selber machen klick

Quelle

http://www.greenpeace.de/themen/energie/presseerklaerungen/artikel/greenpeace_legt_plan_fuer_energiewende_vor/

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Erinnern wir uns: Noch vor wenigen Wochen wußte die Regierung ganz genau, in welche Richtung ihre Energiepolitik marschieren muß: Die erneuerbaren Energien als alle Probleme lösende Verheißung am Horizont mit der Kernenergie als “Brückentechnologie”.

Um diese Brückentechnologie aus der rot-grünen Laufzeitbeschränkung zu befreien, gab es dann vor nicht langer Zeit das Gesetz zur Laufzeitverlängerung, das bereits Zeichen von innerer Zerrissenheit der Koalition aufwies. Das war dann auch schon alles. Von einer konsequenten, vorausschauenden, dem extrem energieabhängigen Industriestandort Deutschland dienenden Politik war schon damals nichts zu sehen.

Die Widersprüche der bisherigen Energiepolitik
Bereits diese Politik war von Widersprüchen und von der Nichtbeachtung entscheidender Tatsachen gekennzeichnet:

Es ging immer nur um die Stromerzeugung, genau wie es die Grünen von Anfang an in ihrer ideologischen Verengung auf Kernenergie und Kohlekraftwerke postulierten und wie es die schwarz-gelbe Bundesregierung unbegreiflicherweise übernahm und fortsetzte.

Daß die weitaus größte Energiemenge in unserem Land der milden Sommer und kalten Winter in die Wärmeerzeugung fließt und die mit Absicht fernab der Ballungszentren errichteten Kern- und Kohlekraftwerke niemals mit ihrer großen Abwärme (70 % bei Kernkraft, 60% bei Kohlestrom) über logischerweise auch fehlende Fernheiznetze zur Heizung von Wohn- und Gewerbegebäuden beitragen konnten und daß deshalb Erdgas und Heizöl in riesiger Menge importiert werden müssen. Das war nicht das Energie-Hauptthema dieser Regierung. Es gab dazu nur unattraktive Haussanierungs-Programme und Fördermittel für teure und wirtschaftlich fragwürdige Techniken wie Wärmepumpen und Solarwärme.

Auch die größte deutsche Stromerzeugungs-Quelle Kohlekraft kommt in der Energiepolitik der Regierung nicht vor
Außer in der auch in 15 Jahren nicht realisierbaren Forderung nach einer Abtrennung und unterirdischen Einlagerung von CO2. Von einem gezielten Ausbau der Kohlekraftwerke mit den neuesten Techniken, die ihren Wirkungsgrad auf über 45% steigern konnten – mit entsprechend weniger Abwärme und CO2 – und dem dann möglichen Abschalten alter, ineffizienter Kohlekraftwerke ist keine Rede. Der Grund dafür ist wiederum Ideologie:

Kohlekraftwerke hält man für “Klimakiller”. Daß allein China alle 4 Tage ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen läßt und in den meisten Ländern ebenfalls massiv in neue Kohlekraftwerke investiert wird, stört die deutschen Gegner dieser neben Kernkraft einzig verbleibenden Möglichkeit der Grundlaststrom-Erzeugung keineswegs. Ohne Kernkraftstrom wird Deutschland allerdings seine Klimaziele weit verfehlen und mit den nun notwendigen neuen Kohlekraftwerken wird sich Frau Merkel endgültig von ihrer geliebten Rolle als Weltretterin verabschieden. Zeit also, weiteren Ballast bisheriger Überzeugungen über Bord zu werfen.

Daß sie gleichzeitig aber so dringende Warnungen wie die des führenden australischen Umweltforschers Barry Brook erhält, der soeben Deutschland dringend zum Bau neuer klimaschonender Kernkraftwerke aufforderte und statt dessen die Abschaltung aller “furchtbaren” Kohlekraftwerke verlangte, wird sie nur weiter noch tiefer in das Gewirr unlösbarer Widersprüche ihrer Politik stürzen.

Gestützt auf Haare sträubende Gefälligkeits-Gutachten
mit wundersamen Zahlen verlegte sich die Regierung auf erneuerbare Energien, die allen Ernstes das Industrieland Deutschland künftig weit überwiegend und absolut zuverlässig, dazu noch wirtschaftlich mit Energie – natürlich wieder vor allem Strom – versorgen sollen.

Das Ignorieren aller dem entgegen stehenden Tatsachen, allem voran die extrem unzuverlässige Wetter- und Tageslicht-abhängige Stromerzeugung durch Windmühlen und Fotovoltaikanlagen bei gleichzeitiger Unmöglichkeit einer Speicherung von Überschuß-Strom und zusätzlicher Gefährdung der Netzstabilität durch zufällige Einbrüche oder Spitzenschübe des grünen Stroms zeigt überdeutlich, daß auch dieser Teil der Regierungspolitik abermals rein ideologiegesteuert ist.

Die Gefahr von Stromsperren ist keineswegs Panikmache
Der Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur dena , Stephan Kohler, hat Mitte März in der Presse gewarnt, daß – sollten weitere fünf Reaktoren wegen interner Revisionen abgeschaltet werden – es in Teilen Deutschlands zu Blackouts kommen werde. “Da gibt es nichts zu beschönigen.” Ein früherer Kernkraftausstieg könne nicht nur die Netzkapazität überfordern, er würde auch zu deutlich höheren Strompreisen führen.

Es ist auch bezeichnend, daß die Regierung erst nach 10 Jahren der von Rot-Grün begonnenen massiven Subventionierung von Windkraft und Fotovoltaik – auf Kosten der kleinen Leute, die keine eigenen Häuser besitzen – überrascht feststellte, daß man für diese wild schwankende Stromerzeugung auch Stromspeicher braucht. Woraufhin sie dann weiterhin feststellte, daß diese Speicher weitestgehend fehlen und auch überhaupt keine Techniken zur Verfügung stehen, sie zu realisieren. Man verlegte sich dann auf das Prinzip Hoffnung und Vernebelung, indem man im Prototypstadium befindliche, mit über 50 Prozent Energieverlusten behaftete und zudem unbezahlbare Speichertechniken als irgendwann verfügbar anführte. Und auf das Hoffnungs-Seekabel von Norwegen verwies, dessen Leistung leider aber nur 4 Prozent der installierten Windstromkapazität ausgleichen kann.

Daß auch die schwarz-gelbe Koalition den Subventionsirrsinn des Gesetzes für erneuerbare Energien noch zu steigern vermag, bewies sie mit dem neuen “Einspeisemanagement” für Windstrom, das seit Januar 2011 gilt. Netzbetreiber können nun bei einer Netzüberlastung durch Windstrom diese Anlagen – nach deren entsprechender Umrüstung – rasch herunterfahren. Das Unglaubliche dabei: Die Windstromerzeuger, deren Strom dann niemand braucht, haben dann Anspruch auf Ersatz für die ausgefallene Einspeisevergütung. Geld für nicht benötigten und dann auch nicht erzeugten Strom – stets von den Verbrauchern zu bezahlen. Bisher kannte man die Bezahlung von nicht erzeugten Produkten nur bei der ebenso irrwitzigen Agrarsubventionierung. Deutschland führt das jetzt auch in seinem Energiemarkt ein.

Stromimport als Lösung
Peinlicherweise stand in den Gutachten, die den Segen der Erneuerbaren betonten, das schlimme Wort Importstrom. Dieser sollte, wenn mal wieder zu wenig Wind weht, die Stromversorgung retten. Darauf freute sich auch schon Präsident Sarkozy, der auf der Baustelle des neuen Kernkraftwerks Flamanville erklärte, daß Frankreich noch mehr Kernkraftwerke braucht – er erwähnte speziell den geplanten KKW-Neubau Penly – weil es in großem Stil Strom exportieren soll. Damit solle Frankreich viel Geld verdienen. An welche Abnehmer er dabei dachte, kann man sich vorstellen.

Die Bundeskanzlerin beeilte sich, dazu zu erklären, daß Stromimporte selbstverständlich nicht in Frage kämen. Aber bereits im März 2011 kam es zu beträchtlichen Stromimporten aus Frankreich und Tschechien. Das wird vermutlich zum Dauerzustand, wenn die gerade abrupt veränderte Energiepolitik Bestand behält.

In dem viel Mineralöl verschlingenden Straßenverkehr haben bisher alle Regierungen die Chance verschlafen, konsequent die Verwendung von Erdgas voran zu treiben, wie es uns unsere Nachbarn seit Jahren erfolgreich demonstrieren.

Statt dessen fabuliert man – wiederum ideologisch korrekt – von der Elektromobilität, ein schon von der Regierung Kohl mit tollen Prognosen geschmücktes Technikmärchen, das auch heute wegen weiterhin völlig unzureichender Batterien abermals für mindestens zwei Jahrzehnte auf Erfüllung wartet. Christoph Huß von der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik betonte, daß „wir nicht vergessen dürfen, daß die technisch-physikalischen Grenzen elektrochemischer Energiespeicher nicht durch politische Sonntagsreden außer Kraft gesetzt können.“

Ein Warnhinweis, den die Physikerin Merkel eigentlich verstehen sollte.

Dann kam Fukushima
Das katastrophale Erdbeben in Japan hat vermutlich 20.000 Tote gefordert. Die deutschen Medien aber berichten vor allem über die Beschädigung der Atomreaktoren im Kraftwerk Fukushima – und die Regierung verfiel in hysterischen und unglaubwürdigen Aktionismus. Hastig wurde ein Moratorium mit der vorläufigen Stillegung mehrerer Kernkraftwerke verkündet. Sachlich begründet wurde das natürlich nicht, denn niemand konnte erklären, inwiefern sich denn die bis dahin immer betonte hervorragende Sicherheitslage bei allen deutschen Kernkraftwerken durch ein Erdbeben-Tsunami-Ereignis in Japan verändert hätte.

Die Bundeskanzlerin verkündete gleich noch eine weitere Reaktion auf die Ereignisse in Japan: Man werde jetzt verstärkt die erneuerbaren Energien fördern. Da man sicher davon ausgehen kann, daß sie die Sinnlosigkeit und Gefährlichkeit des weiteren Ausbaus von Wind- und Solarstrom zusammen mit der Lebensmittel und Landschaften fressenden Biogas- und Biotreibstofferzeugung genau kennt, ist auch dieser Schwenk wiederum nichts anderes als eine panische Beschwichtigungsaktion für die Opposition und vor allem für die wutschäumenden Medien.

Dann wurde von der Kanzlerin am 22. März die Berufung eines Kernenergie-Ethik-Rats unter der Leitung von Prof. Töpfer angekündigt. Dessen Besetzung durch allein drei Kirchenvertreter, einer Politologin, einem Philosophen, einem Soziologen, einer Wirtschaftswissenschaftlerin, zwei Politikern und keinem Energie- oder gar Kernkraftexperten – von insgesamt 13 Mitgliedern – führt sicherlich zu fundierten Aussagen zu den von Frau Merkel dem Rat gestellten Fragen, wie die “gesellschaftliche Risikobewertung” aussieht und “wie sich ein Ausstieg aus der Atomenergie mit Augenmaß vollziehen lasse”. Woran man sogleich sehen kann, daß dieser Ausstieg von der Kanzlerin bereits vor dem Vorliegen der Erkenntnisse aus der erst noch erfolgenden Sicherheitsüberprüfung beschlossen ist.

Das gewünschte Ergebnis der Ethikrats-Beratungen steht natürlich auch schon fest, da es durch dessen überwiegende Besetzung mit kritischen Wissenschaftlern und Philosophen neben den Kirchenleuten gesichert ist.

Die politische Führung kapituliert
Die Naturkatastrophe in Japan und ihre irrationalen Konsequenzen allein in Deutschland werfen ein grelles Licht auf den Verfall der Rationalität und die rein angstgesteuerte Verhaltensweise in der politischen Kaste. Man kann von einem großen Sieg des von den Grünen perfektionierten Prinzips der systematischen Angstverbreitung in der Bevölkerung sprechen. Das entscheidende Mittel für den Erfolg dieses Prinzips sind aber die Medien, die jetzt mit ihrer Berichterstattung drastisch allen vor Augen führten, daß ihre wichtigsten Schaltstellen von Grünen und Roten besetzt sind. Auf allen Fernsehkanälen, insbesondere bei ARD und ZDF, gab es in den ersten vier Tagen ausschließlich “Experten” von Greenpeace und den Ökoinstituten Wuppertal und Darmstadt zu sehen, die ihre Chance weidlich nutzten. Dazu kamen Mediziner, die über die Wirkung einer “Verstrahlung” berichteten.

Die Angstfabrik lieferte in kürzester Zeit das gewünschte Ergebnis: Eine hilflose Regierung, die plötzlich angeblich offene Sicherheitsfragen bei den bisher doch absolut sicheren Kernkraftwerken zu klären versprach, die ihre gerade erkämpfte Laufzeitverlängerung in Frage stellte, die eine weitere, noch stärkere Förderung der Erneuerbaren zusagte, die unter Hohn und Spott alles auf den Opferstein zu legen bereit ist, was Grüne und SPD fordern.

Seit Ende März 2011 ist diese Einschätzung keine Ironie mehr, denn der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer lieferte soeben die offizielle Bestätigung. Er erklärte laut dapd/rtr/rb wörtlich: “Die Tat ist jetzt entscheidend, nicht die Analyse.”

Niemals zuvor hat ein führender Politiker eine derartige Bankrotterklärung abgegeben, die aber keineswegs nur für ihn gilt. Erst ohne Not und nur aus Medienangst hektisch-panisch handeln, und zwar entschlossen, und dann besser hinterher gar nicht mehr über Sinn und Nutzen der Tat nachdenken, weil das ja eigentlich wieder nur unangenehm sein würde.

Diese Worte des CSU-Vorsitzenden sollten die passende Überschrift für die neue “Energiewende” werden, die Frau Merkel ankündigt.

 

Quelle

http://www.science-skeptical.de/blog/energiepolitik-endgultig-in-der-sackgasse/004285/

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Der Biospritboom in Europa macht uns krank, sagen nicaraguanische Landarbeiter. In Deutschland suchen sie Beistand gegen das mächtigste Unternehmen ihres Landes.

„Für uns sind die Zuckerrohrfelder die Mutter der Krankheit“. Carmen Rios sagt es in der leisen, sanften Tonlage der Landbevölkerung. Die kleine, etwas füllige Frau stammt aus dem kleinen Örtchen El Viejo in der Provinz Chinandega an der nicaraguanischen Pazifikküste. Dort erstrecken sich die Plantagen des nicaraguanischen Zuckerimperiums Pellas, die für Carmen Rios untrennbar verbunden sind mit dem schleichenden Tod. Vor neun Jahren starb ihr Mann, vor fünf Jahren der Bruder, vor nicht einmal einem Jahr raffte es den Vater dahin. Zwei andere Brüder sind erkrankt, sagt sie. Immer dieselbe Diagnose: IRC. Es ist  das spanische Kürzel für chronisches Nierenversagen (Insuficiencia Renal Crónica).

Carmen Rios ist unsicher, ob sie selbst die Krankheit, die erst im späten Stadium Beschwerden macht, nicht ebenfalls in sich trägt. In Deutschland will sie sich untersuchen lassen. Denn die 55-Jährige hat zwar nicht in den Plantagen gearbeitet, aber sie hat das Brunnenwasser getrunken, in dem Gutachter verschiedenste Pestizide nachgewiesen haben. Sie hat den Qualm eingeatmet, der entsteht, wenn vor dem Schneiden des Zuckerrohrs die chemikaliengetränkten Blätter der Pflanzen abgebrannt werden.

Hitze, verseuchte Brunnen, Pestizide

Carmen Rios führt heute die „Vereinigung an Niereninsuffizienz Erkrankter“ ANAIRC (Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica) an. Es ist der Zusammenschluss von über 300 betroffenen ehemaligen Zuckerrohrarbeitern, die sich mit der wirtschaftlich mächtigsten Familie Nicaraguas anlegen, den Pellas. Sie haben Klage eingereicht, veranstalten seit fast zwei Jahren ein Protestcamp in der Nähe des Unternehmenssitzes in Managua und fordern im Internet zum Boykott der beliebten Pellas-Rumsorte „Flor de Cana“ auf.

Rumflasche Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Boykottaufruf gegen Nicaraguas beliebtesten RumDem Unternehmen Nicaragua Sugar Ltd. werfen die IRC-Opfer vor, dass die Schinderei in glühender Hitze, ohne sauberes Trinkwasser und inmitten der von Chemikalien verseuchten Zuckerrohrplantagen daran schuld sei, wenn in der Pazifikregion um die Städte Chinandega und León massenhaft Menschen an chronischem Nierenversagen dahinsiechen. Sie wollen Entschädigung, bessere Arbeitsbedingungen und einen völligen Verzicht auf Pestizide beim Zuckerrohranbau. Das Problem für die Opfer-Vereinigung: Bisher gibt es kein wissenschaftliches Gutachten, das die Arbeit in der Zuckerfabrik San Antonio als eindeutige Ursache für das Siechtum Tausender definiert.

Wieviel Schuld haben die Europäer?

Die Indizien dafür hält jedoch nicht nur Carmen Rios für ausreichend, auch zahlreiche entwicklungspolitische Organisationen in Deutschland tun das. Und so tourt Carmen Rios derzeit gemeinsam mit einem Journalistikstudenten aus Managua, der mit den Landarbeitern sympathisiert, auf Einladung des Heidelberger Nicaragua-Forums durch Deutschland, um freundlich aber bestimmt aufzuklären: „Den Biospritboom in Europa bezahlen wir Nicaraguaner mit unserer Gesundheit. Denn ihr Europäer seid schuld daran, wenn statt Mais, Weizen und Reis immer mehr Zuckerrohr angebaut wird, und zwar auf gesundheitschädliche Weise.“

Nicaraguaner Carmen Rios und Camilo Navas auf dem Balkon des Berliner Pressehauses (Foto: DW)  Foto:Bernd GräßlerBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Carmen Rios und Camilo Navas: Suche nach Unterstützung
Eine Logik, der sich wohl zahlreiche Nicaragua-Sympathisanten und Biosprit-Gegner vorbehaltlos anschließen, nicht aber der Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wie die beiden ANAIRC-Abgesandten beim Besuch im Berliner Regierungsviertel erfahren. Vier Abgeordnete sind gekommen: zwei von der SPD, einer von den Grünen, eine von den Linken. CDU, CSU und FDP glänzen durch Abwesenheit.

„Egal ob Rum oder Biosprit“

Der Wunsch der Nicaraguaner, die deutschen Politiker mögen sich für ein vollständiges Importverbot von nicaraguanischem Bioethanol nach Europa einsetzen, weil sonst der gesundheitsschädliche Zuckerrohranbau überhand nehme, ist schnell vom Tisch. „So geht das nicht, mit der Einführung von E10 hat das nichts zu tun“, meint der SPD-Abgeordnete Sascha Raabe, denn egal ob man Zuckerrohr für Rum oder für Biosprit anbaue, die Arbeitsbedingungen blieben schließlich die gleichen.

Ebenso wenig Gnade vor den deutschen Parlamentariern findet die Meinung von Carmen Rios, die eigene Regierung sei zu schwach und deshalb sollten die Europäer Druck auf die Pellas-Gruppe machen, um die Arbeits- und Umweltbedingungen in den nicaraguanischen Zuckerfabriken zu verbessern. Es sei die Verantwortung der regierenden Sandinisten, die Rahmenbedingungen für Gesundheits- und Arbeitsschutz schaffen, werden die Nicaraguaner ziemlich barsch belehrt. Und erfahren bei dieser Gelegenheit, dass ihre Regierung noch nicht einmal die fast drei Jahrzehnte alte Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt unterzeichnet hat. Deshalb könne man beispielsweise keine Abordnung nach Nicaragua schicken, um das zu überprüfen. „Wenn die Sandinisten sagen, sie tun alles für das Volk, dann sollen sie das auch tun“, bemerkt leicht süffisant der Sozialdemokrat Raabe.

Nicaraguas Botschafter soll berichten

Die beiden Abgesandten aus dem mittleren Amerika blicken zunächst, als wären sie im falschen Film. Das war „ziemlich hart“, sagt Carmen Rios hinterher. Doch die deutschen Politiker sind durchaus gewillt, ihnen Unterstützung angedeihen zu lassen, allerdings auf ihre Weise. Eine Stunde lang nehmen sie sich Zeit für ihre Gäste. Auf Vorschlag der SPD-Abgeordneten Karin Roth soll demnächst der nicaraguanische Botschafter eingeladen und befragen werden, ob in seinem Land die Standards der Weltgesundheitsorganisation eingehalten werden. Außerdem will man bei der Bundesregierung nachfragen, ob überhaupt nicaraguanisches Bioethanol auf den deutschen Markt gelangt und inwieweit Deutschland bei bilateralen Regierungskonsultationen Einfluss nehmen kann auf die Einhaltung von Gesundheits- und Arbeitsschutzstandards in der Zuckerrohrproduktion in Nicaragua.

Porträt der SPD-Abgeordneten Karin Roth (Archivbild: dpa)Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  SPD-Abgeordnete Karin Roth: Nicaraguas Regierung zum Handeln drängenBekannt ist, dass Nicaragua seit drei Jahren Bioethanol nach Europa liefert, in der Saison 2009/2010 rund 80 Millionen Liter. Nach den Richtlinien der Europäischen Union muss dieser Biosprit nachhaltig produziert sein, wie es im Bundestagsausschuss beruhigend heißt. Doch über den Gesundheitsschutz derjenigen, die das Zuckerrohr ernten, aus dem später der Sprit entsteht, steht in der europäischen Nachhaltigkeitsrichtlinie nichts.

Wer krank ist, wird entlassen

5341 IRC-Tote hat die nicaraguanische Opferorganisation ANAIRC seit 2005 registriert. Mehr als 8000 Erkrankte gebe es, sagt Carmen Rios. Laut einer Studie der Universität Boston liegt die IRC-Rate in den Regionen Chinandega und Leon zehnmal höher als in den USA. Der nicaraguanische Staat hat in den letzten Jahren einiges getan, um das Schicksal der Kranken zu erleichtern. So gibt es im Krankenhaus von Chinandega mittlerweile immerhin 40 Dialyse-Plätze und eine bessere Medikamentenversorgung.

Zuckerunternehmer Pellas lässt im Internet verbreiten, heute setze man auf seinen Plantagen gar keine oder kaum noch Pestizide ein, es gebe Schutzkleidung und die Arbeiter müssten nicht mehr stundenlang in der Mittagshitze schuften, um zu ihrem Geld zu kommen. Doch Carmen Rios hält das für unwahr.

Auf den Feldern von „San Antonio“ habe sich nicht viel geändert, behauptet sie. Die Pflanzenblätter würden weiter vor dem Schnitt abgebrannt, erkrankte Arbeiter berichteten immer wieder, mit welchen Chemikalien sie zu tun gehabt hätten. Allerdings untersuche das Unternehmen regelmäßig die Blutwerte der Beschäftigten: Um sie beim Anzeichen einer Erkrankung zu entlassen.

Quelle

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,14973223,00.html

Autor: Bernd Gräßler
Redaktion: Wim Abbink

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Der gefährlichste Reaktor der Welt steht in der BRD Finanz Agentur GmbH


Willkommen im absoluten Wahnsinn !
-Friedlich in die Katastrophe-
Joe Conrad im Gespräch mit dem Atomkraftgegner und Autor vieler Bücher Holger Strohm. Er stellt in diesem Gespräch die Gefahren der Atomkraft dar, spricht aber auch anderer besorgniserregende Entwicklungen in unserer westlichen „Zivilisation“ an.

 

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Seit mittlerweile neun Kernkraftwerke abgeschaltet sind, kommt mehr Strom aus dem Ausland – und das vor allem aus Tschechien und Frankreich. Beide Staaten schicken schon zu normalen Zeiten meist mehr Strom nach Deutschland, als sie von hier bekommen. Weil aber gleichzeitig die Ausfuhr in andere Länder sinkt, rutscht die Bilanz ins Negative: Deutschland ist derzeit Stromimporteur.

Kernenergie sei eine Schlüsseltechnologie, um die Stromversorgung bis 2050 umzubauen, sagt IEA-Direktor Nobuo Tanaka. (© dpa)

// Droht damit bald ein Engpass? Experten meinen: nein. „Es ist nicht so, dass wir es mit einer Knappheit zu tun haben“, sagt Felix Matthes vom Öko-Institut in Berlin. So waren etwa am Montag in Deutschland knapp 50.000 Megawatt Kraftwerksleistung nötig, um den größten Bedarf zu decken. Allerdings könnte der deutsche Kraftwerkspark laut Umweltbundesamt auch jetzt noch 86.700 Megawatt Leistung bereitstellen – selbst ohne die abgeschalteten Atomkraftwerke. „Entscheidend ist, dass die Leistung höher ist als die Höchstlast“, sagt eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. „Wir bleiben Nettostromexporteur.“ Und selbst trotz des Verzichts auf neun Meiler gibt es auch weiterhin Exporte aus Deutschland, etwa in die Schweiz, die Niederlande oder nach Polen. Nur eben in diesen Tagen oft nicht so viel, wie gleichzeitig importiert wird.

Die gewachsenen Einfuhren dürften auf veränderte Kalkulationen von Stromhändlern zurückgehen. Denn an den europäischen Börsen ist Elektrizität zuletzt teurer geworden, auch durch das deutsche Moratorium. „Damit verändern sich auch die Austauschbeziehungen“, sagt Energieexperte Matthes. Stromhändler kaufen nun lieber Atomstrom aus Nachbarländern, ehe sie hiesigen Kohlestrom ordern – er ist in der Erzeugung teurer als Atomstrom. Dahinter steht das komplexe System des europäischen Stromhandels. Da Strom die Endkunden gleich viel kostet, egal ob er aus Windparks, AKW oder Braunkohle-Meilern kommt, kaufen die Händler immer zuerst den Strom ein, der sich am günstigsten herstellen lässt – hier sind die Gewinne am höchsten. Einmal abgesehen von abgeschriebenen Windrädern ist das am ehesten Atomstrom. Ob er aus Deutschland kommt, aus Tschechien oder Frankreich, ist dem Händler egal. Weil es im Augenblick weniger deutschen Atomstrom gibt, kommt mehr davon aus dem Ausland. Daher die Bilanz.

Für die AKW-Betreiber ist der Zusatzimport ein willkommenes Argument – als Beleg, dass die Abschaltung deutscher AKW zur besseren Auslastung benachbarter Meiler führe, die auch nicht sicherer sind. Die Vorzeichen aber können sich rasch ändern: Bei viel Wind ist Deutschland wieder Exportland.

Sauberen Strom…..Nein Danke

Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert

REPORT MAINZ

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Quelle

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kernkraft-und-das-moratorium-deutschland-importiert-atomstrom-1.1081209

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Wissenschaft: Künstliches Solarzellen-Blatt, das mit vier Litern Wasser ein Haus einen Tag lang mit Energie versorgen kann

Jonathan Benson

Ein Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erklärte, er habe erfolgreich ein künstliches Blatt entwickelt, das im Wesentlichen aus Silikon und elektronischen Komponenten bestehe und das bei der Photosynthese zehnmal effektiver als ein natürliches Blatt sei. Dieses künstliche Blatt könne mit vier Liter Wasser genug Strom erzeugen, um ein Haus in einem Entwicklungsland einen Tag lang zu versorgen.

Daniel Nocera sagte auf dem Jahrestreffen der amerikanischen chemischen Gesellschaft in Kalifornien, wenn er den Prototyp seines Blattes in ein Becken mit Wasser lege, spalte es mithilfe des Sonnenlichts zehnmal mehr Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff auf als ein natürliches Blatt. Das Blatt sei in der Lage, 45 Stunden hintereinander ohne Effizienzverlust zu arbeiten und funktioniere wie eine kleine, hoch effektive Solarzelle, die Energie produziert, welche in die Energiegewinnung einfließen kann.

»Das künstliche Blatt bietet vor allem armen Entwicklungsländern eine vielversprechende Möglichkeit, kostengünstig Strom für den Hausgebrauch herzustellen«, meine Nocera in einer Erklärung, »Wir verfolgen das Ziel, jedes Haus zu seinem eigenen Kraftwerk zu machen. Man kann sich Dörfer in Indien und Afrika vorstellen, die in nicht allzu langer Zeit ein solches kostengünstiges Energieerzeugungssystem auf der Grundlage dieser Technologie einsetzen könnten«.

Anzeichen deuten darauf hin, dass Nocera bereits ein geschäftliches Abkommen mit dem indischen Industriekonzern Tata Group über die Entwicklung eines Kleinkraftwerks, das diese neue Technologie zur Stromerzeugung und -verteilung nutzen soll, abgeschlossen hat. Bereits innerhalb von anderthalb Jahren soll das Kleinkraftwerk von der Größe eines Kühlschranks in Produktion gehen.

In der Vergangenheit waren ähnliche Projekte zur Entwicklung künstlicher Blätter nicht so erfolgreich wie der Ansatz Noceras. In einem Bericht der Internetseite Wired hieß es, John Turner vom US-Labor für erneuerbare Energie versuche seit mehr als zehn Jahren ein künstliches Blatt zu entwickeln. Anders als Noceras kostengünstiges Blatt enthalte Turners Blatt teure und seltene Metalle. Es funktioniere nicht einmal einen Tag lang, bevor es schwächer und letztlich unbrauchbar werde.

Quellen zu diesem Artikel:

http://www.wired.co.uk/news/archive/2011-03/28/artificial-leaf

http://news.cnet.com/8301-11128_3-20047814-54.html

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Bürgermeisterin von Briesensee mit Polizeigewalt vom Grundstück geschleppt

Bürgermeisterin Doris Groger möchte die Ratsbeschlüsse ihrer Gemeinde auf ihrem Grundstück durchsetzen: Wasserrecyclinganlagen zum Wassersparen, -reinigen und Wiederverwenden.Das gefällt Amtsdirektor Bernd Boschan nicht. Die zentrale Kanalisation hat schließlich viele Millionen gekostet … zu viele! Klimaschutz hin – Ratsbeschlüsse her!

Amtsdirektor Bernd Boschan: „Wir können keinen Präzedenzfall schaffen!“

Bürgermeisterin Groger sieht neben dem Klima jedoch auch die Demokratie gefährdet: Die nicht beanstandeten Ratsbeschlüsse von Briesensee dürfen nicht durch Willkürmaßnahmen der Verwaltung außer Kraft gesetzt werden. Das verstößt gegen die durch das Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung. Was hier geschieht, ist ein Neuaufguss der Diktatur, die wir gerade hinter uns lassen wollten.

Falls Briesensee ein Übungsfeld im Osten für mögliche weitere Eingriffe in die Belange der Gemeinden deutschlandweit ist, sollte uns allen bange werden. Irgendwann könnten unbotmäßige Beschlüsse auch in Stuttgart oder München gewaltsam außer Kraft gesetzt werden.

Bürgermeisterin Grogers Fazit: Wenn die Bürgermeisterin die eigenen Ratsbeschlüsse verrät und sich Angst machen lässt, kann die Demokratie abgeschrieben werden, bevor sie sich richtig etablieren konnte. Das wird mit mir nicht geschehen.

www.freistaat-briesensee.de : Polizei gegen Bürger, Obrigkeit gegen Grundgesetz, mit staatlicher Gewalt wird die ökologische Kleinkläranlage der Bürgermeisterin Doris Groger stillgelegt, um den Zwangsanschluss an die Kanalisation zu vollziehen.
Verbreitet bitte den Link so oft wie möglich weiter!

http://briesensee.all-your-web.de/

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