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Greenpeace legt Plan für Energiewende vor
Atomausstieg bis 2015, Kohleausstieg bis 2040

Der Atomausstieg kann nach Berechnungen von Greenpeace geordnet bis 2015 und ein Ausstieg aus klimaschädlicher Kohle bis 2040 umgesetzt werden. Das geht aus einem Fahrplan für die Energiewende hervor, den die unabhängige Umweltschutzorganisation heute kurz vor dem Energiegipfel von Bundesregierung und Bundesländern in Berlin präsentiert. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, den schnellen Atomausstieg, konsequenten Klimaschutz und eine vollständigen Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien bis 2050 in ihrem Energiekonzept zu verankern.

Die Bundesregierung muss jetzt beweisen, dass sie die angekündigte Energiewende ernst meint, sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. Die Technologien stehen bereit, die Konzepte liegen auf dem Tisch und die Menschen wollen so schnell wie möglich raus aus der Atomkraft und rein in den Klimaschutz! Als Brückentechnologie fordert Greenpeace Erdgaskraftwerke und hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem muss ein Energieeffizienzgesetz beschlossen werden, das den Namen auch verdient. So kann der geforderte Atomausstieg mit Augenmaß bis 2015 und Klimaschutz zugleich umgesetzt werden, so Böhling.

Im Greenpeace Fahrplan wird die Machbarkeit der Energiewende Schritt für Schritt, kraftwerksgenau und anhand der technischen Realisierbarkeit dargestellt. Für einen geordneten Atomausstieg bis 2015 müssen 16 Erdgaskraftwerke gebaut werden, die zum größten Teil bereits in Bau sind. Parallel kann der Anteil von hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen gesteigert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf rund 40 Prozent bis 2020 erhöht werden. Bis 2040 kann Deutschland komplett aus Kohlekraftkraftwerken aussteigen. Mit diesem Energiekonzept wird Deutschland seinen Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 46 Prozent und bis 2050 um 90 Prozent reduzieren.

Bis 2030 wird die Energiewende 300 Milliarden Euro Brennstoffkosten sparen

Für die Energiewende fordert Greenpeace, dass Neuinvestitionen ausschließlich in Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Erdgaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung gehen. Kohlekraftwerke dürfen aus Gründen des Klimaschutzes nicht mehr gebaut werden. Dafür müssen jetzt entsprechende Gesetze erarbeitet werden. Von dieser zukunftgerechten Erneuerung Deutschlands profitiert die ganze Volkswirtschaft: Neben vermindertem atomaren Risiko und höherer Lebensqualität durch eine sauberere Umwelt führt die Energiewende laut Berechnung auch zu volkswirtschaftlichen Einsparungen von 300 Milliarden Euro bis 2030 und bis zu einer Million Arbeitsplätze allein im Bereich Erneuerbarer Energien bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ist technisch möglich, ökologisch notwendig und volkswirtschaftlich sinnvoll. Sie erfordert zwar höhere Investitionen zu Beginn, die zahlen sich aber mittel- und langfristig aus, sagt Dr. Michael Sterner, Wissenschaftler am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik.

Atomausstieg selber machen klick

Quelle

http://www.greenpeace.de/themen/energie/presseerklaerungen/artikel/greenpeace_legt_plan_fuer_energiewende_vor/

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Als wäre die Katastrophe nicht schon schlimm genug, warnt die meteorologische Behörde Japans vor weiteren starken Nachbeben. Auch Tsunamis seien möglich.

08:31
Japans Premierminister Naoto Kan will Pläne für neue Atomkraftwerke «von Grund auf überprüfen». Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.
08:10
Schlechte Nachrichten von der Meteorologischen Behörde Japans: Sie warnt vor weiteren, starken Nachbeben. Auch weitere Tsunamis seien möglich. Die Tsunami-Opfer müssen weiter frieren. Am Donnerstagmorgen herrschten in Japan noch immer tiefe Temperaturen, ausserdem wurde wieder Regen angekündigt.
07:01
Im Meer steigt die Radioaktivität weiter: Im Meerwasser nahe des Atomkraftwerks seien Jod-Partikel mit einer 4385-fach höheren Konzentration als erlaubt gemessen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag.
05:59
Japan plant vorerst keine Ausweitung der Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima. Es gebe im Moment keine sofortigen Pläne für einen solchen Schritt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Er reagierte damit auf Empfehlungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Diese hatte wegen der hohen Strahlenwerte im 40 Kilometer von Fukushima entfernten Iitate zur Räumung der 7000- Einwohner-Stadt geraten. Man werde ausgehend von IAEA-Daten den Boden um das AKW intensiver auf Strahlen untersuchen, sagte der Sprecher.
05:50
Guten Morgen! Wir halten Sie auch heute wieder mit dem News-Ticker auf dem letzten Stand über die Atom-Katastrophe in Japan. Das Team schreibt täglich viele weitere Artikel. Sie sind im Dossier gebündelt.

Die Lage am Donnerstagmorgen:

Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Atomkatastrophe in Japan sind dramatisch gesunken. Die Situation in den Unglücksreaktoren von Fukushima sei ausser Kontrolle, räumte Regierungssprecher Edano ein.

«Wir sind nicht in einer Situation, in der wir sagen können, dass wir dies in einem bestimmten Zeitraum unter Kontrolle haben werden», sagte Edano mit Blick auf die Eindämmungsversuche an den Reaktor-Ruinen. Bis die überhitzten Reaktoren stabilisiert seien, dürfte nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco «noch einige Zeit» vergehen.

Im Meerwasser nahm die radioaktive Belastung noch einmal zu. Das Meerwasser nahe dem Katastrophen-AKW Fukushima enthält laut Berichten vom Mittwoch 3355-mal so viel radioaktives Jod wie gesetzlich erlaubt. Am Donnerstag meldete Kyodo eine 4385-fache Belastung.

Der hohe Jod-Wert sei «besorgniserregend», stelle jedoch keine Gefahr für die Gesundheit dar, sagte Behördensprecher Hidehiko Nishiyama. «Wir werden den Grund ermitteln und unser Möglichstes tun, um einen weiteren Anstieg zu verhindern, sagte Nishiyama. Fischfang gebe es in der Region nicht, sagte er.

Greenpeace: Mehr Schutz

Nach der Veröffentlichung eigener Strahlenmessungen forderte Greenpeace die Behörden auf, die Bevölkerung besser zu schützen und die Sperrzone auf 40 Kilometer zu verdoppeln.

Wegen der hohen Strahlenwerte im 40 Kilometer von Fukushima entfernten Iitate rät die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zur Räumung der 7000-Einwohner-Stadt. «Eine erste Beurteilung deutet darauf hin, dass eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten wurde», sagte IAEA-Experte Denis Flory.

Wegen der als zu zögerlich empfundenen Informationspolitik der Regierung gerät Ministerpräsident Naoto Kan innenpolitisch immer stärker unter Druck. Inzwischen schloss Kan nicht mehr aus, dass die Sperrzone nun doch auf 30 Kilometer ausgeweitet werden könnte.

Derzeit ist ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Atomkraftwerk evakuiert. Im Umkreis von weiteren 10 Kilometern wurden die Menschen lediglich aufgefordert, ihre Häuser möglichst nicht zu verlassen.

Kunstharz und Planen

Um die Ausbreitung der Radioaktivität einzudämmen, will der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco eigenen Angaben zufolge den Boden rund um die schwer beschädigten Reaktoren mit Kunstharz besprühen. Die Behörden überlegen zudem, einige der Reaktoren mit Zelttuch zu überdecken.

Auf diese Weise könnten sich Arbeiter möglicherweise jeweils für längere Zeiträume im Gefahrenbereich aufhalten. Bei den Arbeitern im AKW wächst die Angst vor dauerhaften Gesundheitsschäden. Das sagte ein Manager einer Vertragsfirma des Betreibers Tepco.

Zwar gingen die Einsatzkräfte immer wieder in die zerstörten Blöcke, um die Reaktoren zu kühlen und einen Super-GAU zu verhindern. Doch seien die Arbeiter angesichts der endlosen Schwierigkeiten zunehmend nervöser. Ihnen fehlt es an Essen, Schlafgelegenheiten und Decken.

Fukushima stilllegen

Die japanische Regierung teilte mit, sie wolle alle sechs Reaktoren in Fukushima nie mehr ans Netz gehen lassen. «Das ist sehr klar, wenn man an die gesellschaftlichen Umstände denkt», sagte Regierungssprecher Edano.

Der Atomkonzern Tepco schloss dagegen nicht aus, dass die zwei noch funktionstüchtigen Reaktoren 5 und 6 wieder in Betrieb gehen könnten. Tepco will zunächst nur die irreparabel beschädigten Blöcke 1 bis 4 dauerhaft stilllegen.

Während die Behörden in der Region um Fukushima um die Eindämmung der Atomkatastrophe kämpften, versuchten Hunderttausende im Nordosten Japans, wieder ein geregeltes Leben aufzunehmen. Die offizielle Zahl der Toten lag am Mittwoch bei 11 257. Mehr als 16 300 Menschen werden noch vermisst.

Quelle
http://www.20min.ch/news/dossier/japanbeben/story/Warnung-vor-starken-Nachbeben-und-Tsunami-13221800

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War ein Erdbeben schuld an der Reaktorkatastrophe? Tschernobyl ist wohl jedem ein Begriff. Die folgende Doku wurde einmalig 1998 ausgestrahlt. Folgt man den recherchierten Fakten und Aussagen von Wissenschaftler wird eines sehr deutlich, die offizielle Theorie über Tschernobyl ist nicht haltbar! Was sollte hier vertuscht werden?

War ein Erdbeben schuld an der Reaktorkatastrophe? Mittlerweile sind Unterlagen vom KGB bekannt, denen zufolge es unter Erwartung schwerer Strafen verboten war, die Wahrheit über die Reaktorkatastrophe zu veröffentlichen. Das war durchaus im Sinne der Atombetreiber – auch und vielleicht besonders aus anderen Ländern.
Wurde der Reaktortyp von Tschernobyl ein knappes Jahr vor dem Unfall noch von deutschen Fachleuten gelobt – der technische Standard sei dem hiesigen vergleichbar – galt plötzlich die Parole von der unsicheren sowjetischen (später der russischen) Atomtechnologie. Es handelt sich um kerntechnische Anlagen – deshalb soll hier keinesfalls auch nur einer davon eine sicherheitstechnische Absolution erteilt werden.
Der wahre Grund von Tschernobyl? Ein Film von Bente Milton.
Deutsche Fassung: Falk Wienecke, NDR/arte-Koproduktion. Erst-Sendung: Arte, 21.09.1998

Die Wahrheit über Tschernobyl und HAARP

Werner Altnickel, ehemaliger Greenpeace-Aktivist, zweimaliger Gewinner des Oldenburger Umweltschutzpreises und Träger des Deutschen Solarpreises 1997, ist wahrscheinlich Deutschlands bekanntester Aufklärer über Chemtrails. Er berichtet bei Uwe Behnken über seine Recherchen und die Entdeckung, daß die Tschernobyl-Reaktoren zum Star-Wars Programm der Sowjets benutzt wurden. Es sollten im Endausbau insgesamt 16 AKW`s zum Betrieb eines gigantischen, 150 Meter hohen Mikrowellen-Antennenfeldes von 35 Kilometern Durchmesser entstehen – vergleichbar mit der US-Haarp-Anlage in Alaska. Laut einem NDR/Arte Film von 1998 flog der Tschernobyl-Reaktor erst nach einem 20 sekündigen Erdbeben in die Luft, nachdem seltsame bläuliche Lichterscheinungen beobachtet wurden. Die wahren GAU-gründe wurden für geheim erklärt, und ein Zusammenhang mit der Strahlenwaffe sollte keinesfalls an die Öffentlichkeit kommen. Bilder von den Antennenanlagen waren zensiert. Schon am 200 jährigen US-Unabhängigkeitstag 1976 begannen die Sowjets mit ihrem skalaren „Woodpecker“-Interfero-Metersender, die USA elektronisch zu agitieren. (Ionosphären-Manipulation zur Wetterbeeinflussung, etc.)

Werner Altnickel im Interview – Gefahren von AKWs

Dünner als eine Eierschale

Atomindustrie begründet Castor-Widerstand

Fast pünktlich zum 15. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl stellte die Atomindustrie für mehrere AKW’s haarstäubende Anträge. Sie will die Leistung der Maschinen hochfahren. Das bedeutet eine erhebliche Zunahme der Gefährdung, da z.B. der Druck im Reaktorkern steigt und insgesamt die Anlagen stärker belastet werden. Die Unfallgefahr steigt dadurch überproportional, da die Anlagen dichter an die Belastungsgrenze kommen – und möglicherweise bereits darüber hinaus. Bei aller Propaganda und „Nonsens“-Argumentiererei sind die Anträge bereits aus Sicherheitsgesichtspunkten abzulehnen. Die Anträge sind ein deutliches Indiz, daß es der Atomindustrie nicht ums Abschalten der Anlagen geht und ging.

Die Atomkraftwerke sind quasi nicht versichert

Sollte es in der Bundesrepublik zu einer mit der von Tschernobyl vergleichbaren Katastrophe kommen, würde dies neben den gesundheitlichen Folgen für viele, wenn nicht alle Menschen in der BRD enorme wirtschaftliche Folgen haben. Die Internationale Vereinigung von Ärzten gegen den Atomtod IPPNW und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND haben bereits 75.000 Unterschriften gesammelt, mit denen sich Menschen für eine ausreichende wenigstens finanzielle Versicherung der Atomindustrie für solche Katastrophen stark machen. Natürlich kostet das Geld. Sicher würden die Preise für den Atomstrom steigen. Es liegt hier ein Weg zu mehr Preisgerechtigkeit auf dem Strommarkt. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die Gesellschaft bereits die hohen Forschungskosten für die Atomindustrie trug, für die hohen Kosten der Atomtransporte aufkommen soll, und wenn es so richtig krachen sollte, sitzen die Menschen zudem im finanziellen Desaster? So viel ist sicher: Die Windenergie birgt in jeglicher Hinsicht geringeres Gefahrenpotential.

Wie unsicher sind AKW wirklich? Oder: Glasnost war das nicht!

Mittlerweile sind Unterlagen vom KGB bekannt, denen zufolge es unter Erwartung schwerer Strafen verboten war, die Wahrheit über die Reaktorkatastrophe zu veröffentlichen. Das war durchaus im Sinne der Atombetreiber – auch und vielleicht besonders aus anderen Ländern. Wurde der Reaktortyp von Tschernobyl ein knappes Jahr vor dem Unfall noch von deutschen Fachleuten gelobt – der technische Standard sei dem hiesigen vergleichbar – galt plötzlich die Parole von der unsicheren sowjetischen (später der russischen) Atomtechnologie. Es handelt sich um kerntechnische Anlagen – deshalb soll hier keinesfalls auch nur einer davon eine sicherheitstechnische Absolution erteilt werden.

Vor der Explosion bebte die Erde

Nach gesicherten Erkenntissen gab es unmittelbar vor der Explosion des Kernreaktors von Tschernobyl ein Erdbeben. Der Hauptstoß lag ca. 22 bis 23 Sekunden vor der Hauptexplosion des Reaktors. Dies wird von mehreren SeismologInnen bestätigt. Danach handelte es sich nicht um ein besonders starkes Erdbeben, dessen Epizentrum jedoch mitten im Gebäude lag. Bei der genauen Betrachtung der Gebäuderuinen lassen sich Hinweise auf massive horizontale Scherkräfte finden.

Der wahre Ablauf der Katastrophe?

Der Ablauf der Katastrophe könnte sich also so zugetragen haben: Durch den ersten größeren Erdstoß und die dabei auftretenden horizontalen Scherkräfte reißen viele der 1600 empfindlichen Kühlleitungen. Laut Betriebsanleitung des Kraftwerkes ist bereits die Beschädigung von 20 Leitungen als ernstzunehmender Unfall zu werten. Es kommt schlagartig zum Kühlmittelverlust. Da die Wärme nicht mehr abgeführt wird, verdampft das Wasser. Der Atomreaktor hat keine Moderation mehr, die atomare Kettenreaktion findet nur noch reduziert statt. (Mit Wasser als Moderator werden die „schnellen“ Neutronen soweit ausgebremst, daß Uran 235 gespalten werden kann.) Da jedoch die Hitze nicht mehr abgeführt wird, geht das Graphit in den gasförmigen Zustand über. Durch den Überdruck von Wasserdampf und Graphitgas birst der Reaktor.

Auch eine russisch-ukrainische Kommission kam 1996 zu dem Ergebnis, daß der Reaktorexplosion ein Erdbeben voranging. Dies zum Unwillen der Atombetreiber. Denn das stellt eine Unfallursache dar, die nicht nur russischen Kraftwerken widerfahren kann. Doch auf die vielfältigen wissenschaftlichen Hinweise auf die Erdbebengefährdung von Atomkraftwerken erfolgte keine Reaktion.

Das Erdbeben ist kein Zufall

Der ukrainische Geophysiker Viktor Omeltschenko erklärt, daß sich dort, wo das Kernkraftwerk Tschernobyl gebaut wurde, zwei riesige Bruchlinien von geradezu planetarischem Ausmaß treffen: Der südliche „Pripjat“-Bruch und die sogenannten „Teterow“-Linien. Nicht allein die Atomkraftwerke von Tschernobyl sind so riskant plaziert. Der litauische Seismologe Povilas Suveizdis untersucht die Beschaffenheit der Erdkruste bei dem gigantischen Kraftwerk Ignalina seit vielen Jahren. Seine Arbeitsgruppe fand eine große Anzahl von Bruchlinien in der Erkruste. Suveizdis: „Der Atommeiler steht direkt am brisanten Treffpunkt von drei ziemlich gewaltigen Schollen der Erdkruste. Genauer gesagt: Die „baltische Mulde“ aus dem Westen trifft hier auf den „masurisch-belorussischen Sattel“ aus dem Osten und auf den „lettischen Sattel“ aus dem Norden. Wo drei so riesige Stücke zusammentreffen – da bilden sie einen natürlichen Gefahrenherd.“

Atomkraftwerke gleichen Zeitbomben

Eine Kommentatorin formulierte dies für NDR und Arte so: „Tschernobyl ist beileibe nicht das einzige Atomkraftwerk, das einer Zeitbombe gleicht, weil es geologisch falsch plaziert wurde. Denn sämtliche Reaktoren wurden damals vor allem unter militärischen und strategischen Aspekten über das Land verteilt. … Für die geologischen Verhältnisse dort interessierte sich – niemand.

Die meisten AKW’s sind erdbebengefährdet

Wladimir Strachow vom Institut für Geophysik in Moskau: „Der ganze Ablauf der Katastrophe, die registrierte Aktivität in der Erdkruste sowie alle weiteren bekannt gewordenen Faktoren – alles spricht dafür, daß die Gefährdung durch Erdbeben viel weiter verbreitet sein könnte als man das bisher dachte. Und deshalb stellt sich nun eine geradezu lebenswichtige Aufgabe: Bei buchstäblich allen Atomkraftwerken auf dem Globus ist die geologische Situation zu prüfen, ist nach dem Erdbebenrisiko zu fahnden.

Denn schließlich existiert eine fatale Gesetzmäßigkeit, weil jedes Atomkraftwerk eine Menge Wasser für seine Kühlung braucht: Es wird irgendwo in der Nähe eines Flusses errichtet. Und Flüsse bevorzugen nun einmal geologische Bruchlinien. So führt die technisch einfache Lösung des Kühlwasserproblems fast automatisch dazu, daß Kraftwerke direkt neben geologische Bruchlinien gesetzt werden.“

Geheimhaltung gefährdet die Menschen – in jeglicher Hinsicht

Michail Tschatajew, dem die ersten Hinweise auf diesen Sachverhalt zu verdanken sind, arbeitete in einer militärischen seismologischen „Horchstation“. Die Meßergebnisse unterlagen also – vielleicht mehr noch als durch die Anweisungen des KGB – der Geheimhaltung. Aus Angst um sein Leben tauchte er unter. Er wäre nicht der erste Mensch, der durch Wissen um atomare Hintergründe hätte sein Leben lassen müssen. Bereits vor zwanzig Jahren kam die Amerikanerin Karen Silkwood ums Leben. In dem dokumentarischen Kriminalroman „Wer tötete Karen Silkwood“ (mit umfangreichem Dokumentationsteil) ist nachzulesen, daß die Atommafia bereit ist, über Leichen zu gehen.

Ignoranz gefährdet alles Leben

Viele Jahre sind seit der Explosion in Tschernobyl ins Land gegangen. Für die Folgen ist das eine sehr kurze Zeit. Denn es wurde das supergiftige und strahlende Plutonium freigesetzt. Atombombenbauer wissen Plutonium aufgrund der Waffenfähigkeit zu schätzen. Dieses hat eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren. Wer weiß schon, daß erst nach zehn Halbwertszeiten die Aktivität auf ein Tausendstel gesunken ist? Bei den vermutlich freigesetzten Mengen von Plutonium bleiben selbst nach 240.000 Jahren noch tödliche Wirkungen für viele Lebewesen in der Welt.

Umso frevelhafter ist es, daß 15 Jahre ins Land gingen, ohne daß zumindest alle atomare Standorte auf ihre Erdbebensicherheit untersucht wurden. Sollte die Erde beispielsweise im Rheingraben rumoren, ist es für die Verhinderung einer Katastrophe vermutlich zu spät. Dabei sind die dortigen AKW’s länger im Betrieb und damit entsprechend radioaktiver als der Reaktor von Tschernobyl (Block 4 lief knapp zwei Jahre), außerdem sind sie größer. Das Atomei von Eselham – Unterweser ist von einer Betonkuppel mit 80 cm Dicke umgeben. Standard sind 2 m. Durch „Kompaktlagerung“ werden dort für Notfälle benötigte Kühlsysteme anderweitig belegt.

Dünner als eine Eierschale

Erdbeben gibt es nicht nur an Bruchlinien. Sie treten unerwartet auf. Die Erdkruste des flüssigen Erdenballs ist im Verhältnis dünner als die Schale eines Eies. Wie brüchig das ist, weiß eine jede. Warum soll die Erdkruste stabiler sein, wo doch bei der Erde nicht die ideale Eiform vorliegt und zudem gigantische astronomische Kräfte am Globus zerren.

Das Lied von der irdischen Unberechenbarkeit

Von der Unberechenbarkeit der Erde wissen SeismologInnen Lieder zu singen: Immerhin hapert es erheblich mit der Erdbebenvorhersage. Wenn die Trümmer darnieder liegen, wissen wir jedoch, warum das so ist und wie stark die Meßgeräte ausgeschlagen haben.

Gorleben ist überall

Bei der Auswahl von Gorleben als Standort für das atomare Klo der mehr sogenannten Republik – Robert Jungk sprach vom Atomstaat – hat die Geologie übrigens ebensowenig eine Rolle gespielt. Die Auswahl geschah nach politischen und geografischen Gesichtspunkten. Die damalige Randlage an der „Zonengrenze“ war ein wichtiger Faktor. Es gab nur eine geringe Bevölkerungsdichte. Außerdem lohnte sich eine Firmenansiedelung durch die staatliche und stattliche „Zonenrandförderung“. Berlin muß nach der Grenzöffnung wohl mehr aus Versehen näher gerückt sein.

Tödlichen Unfällen bei der geologischen Untersuchung des Salzstockes zum Trotz soll das Projekt durchgepaukt werden. Dabei sind die Unfälle auf die Instabilität des Salzes zurückzuführen. Der Erkundungsschacht konnte nach den Unfällen nur noch deshalb vorangetrieben werden, weil für das umgebende Salz eine riesige Kühlanlage installiert wurde, damit der Salzstock nicht bereits beim Erkunden wegfließt.

Weltweit keine Endlagerung

Die Tatsache, daß weltweit keine Endlagerungsstätte existiert, umriß der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Kühn (der Präsi vor Rau) anfang der 80er Jahre so: „Mit der Atomenergie haben wir ein Flugzeug gestartet – aber wir haben keine Landebahn.“ Und diese ist weltweit weiterhin nicht in Sicht. Angesichts der geologischen Erkenntnisse ist das nicht verwunderlich. An einer Entsorgung, die diesen Namen verdiente, ist die Atomindustrie nicht interessiert.

Widerstand lohnt sich

Doch Widerstand bringt durchaus Erfolge. Die Bauern von Wyhl haben es vorgemacht. Seit 1984 gehen dort immer noch die Lichter aus, wie Alt-Nazi-Regierungspräsident Filbinger des Muschterländles in den 70ern prophezeite, würde das AKW nicht in Betrieb gehen. Ca. 200 AKW sollten die BRD „zieren“. Doch auch Ministerpräsident Albrecht mußte lernen, daß sich eine Wiederaufbereitungsanlage in Niedersachsen „politisch nicht durchsetzen läßt“. Versuchen wir, die Büchse der Pandorra wieder zu schließen. Wie die politischen Erfolge der jüngsten Castor-Proteste zeigen, ist noch einiges möglich.

Atomares Reiseland

Wie wichtig der Widerstand gegen die atomaren Transporte ist, mag mensch auch an den möglicherweise bereits zur Gesetzeskraft gereiften Plänen skrupelloser in Rußland erkennen, nach denen der Atommüll aus Europa dort gelagert werden soll – gegen Geld, versteht sich. Doch auch Rußland verfügt über kein Endlager.

Gerold Korbus

Quellen

http://www.stachel.de/01.05/5tsch.html

http://nutze-deine-freiheit.blogspot.com/2011/03/der-wahre-grund-von-tschernobyl.html

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