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In unserem Nachbarland Frankreich wurde “Indignez-vous!” binnen kürzester Zeit zu einem Renner auf dem dortigen Buchmarkt. Endlich nun ist die von Stéphane Hessel in eindringlichen Worten niedergeschriebene Streitschrift auch auf Deutsch erschienen und steht zum Verkauf bereit. Der 93-jährige Autor von “Empört Euch!” (so der deutsche Titel des Büchleins; Übersetzung: Michael Kogon), der in Berlin geborene, spätere Résistance-Kämpfer, Überlebende des KZ-Buchenwald, französische Diplomat und Schriftsteller Stéphane Hessel sah sich im hohen Alter ob des bedenklichen Zustands, in welchen unsere  Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten unter dem zunehmenden politischen Einfluss der “Diktatur des Finanzkapitalismus” manövriert wurden, dazu getrieben, vor allem: eine “Anleitung zur Empörung für die Jugend” zu schreiben.

 

Stéphane Hessel Quelle-wikipedia.org

 

 

Stéphane Hessels Schreib-Antrieb zu verstehen ist eigentlich ganz einfach

Als stets hellwach gebliebenen Beobachter der internationalen Politik und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung hat Hessel die gleich nach dem Ende des Realsozialismus einsetzenden und sich unter dem wachsenden Einfluss des Finanzkapitals auf die Politik gravierend bemerkbar machenden, daraus resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen als unheilvoll für Demokratie und Menschenrechte erkannt. Den Menschen hatte male den gleich einem Krebsgeschwür auswuchernden Neoliberalismus gebetsmühlenartig als angeblich alternativloses Modell dargestellt, der allerdings – weil voll auf Gier setzend – bald in einen Raubtierkapitalismus und eine der größten Krisen mündete.

Empörung führte in die Résistance

All die Werte, für die die französische Résistance stand, deren aktives Mitglied der junge Stéphane Hessel war, mit ihrem Leben kämpften, sieht der heute 93-jährige sheer gefährdet. Erst recht, weil jene Werte nach dem Zweiten Weltkrieg einen nicht unerheblichen Einfluss auf die 30 Artikel der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948), deren Mitverfasser Stéphane Hessel war, ausübten und deren Geist sie bis heute atmen. “Das Grundmotiv der Résistance”, schreibt Hessel, “war die Empörung.” Und aus Empörung entwickelt sich Widerstand. Zu Zeiten des Entstehens der Résistance mount in Frankreich nahezu jedem vor Augen, gegen was male sich empören und demzufolge Widerstand leisten musste: Der Naziwahn, deutsche Hitlerfaschismus, der seine Besatzer nach Frankreich in Marsch gesetzt hatte.

Gleichgültigkeit ist das Schlimmste

Heute jedoch – wie recht Hessel damit doch hat! – ist es gar nicht so leicht sich auf einen Empörungsgegenstand zu einigen. Zu komplex und damit reichlich unübersichtlich ist unsere Welt gefunden. Aber Hessel wäre der Letzte, der darob nun abwinken würde oder gar zu Resignation riete. Das Schlimmste, schreibt er, ist die Gleichgültigkeit. Wie wahr! Fassen wir uns also einmal an die eigene Nase: Steigt da nicht leichte Scham in uns auf? Den Jungen in erster Linie macht Hessel mit seiner Anleitung zur Empörung Mut: “Seht euch um, dann werdet ihr Themen finden, für die Empörung sich lohnt (…)”

Zwei wichtige Menschheitsaufgaben

Hessel schafft es, weil er “Empört Euch!” spürbar mit warmem Herzen und scharfen Verstand niederschrieb, uns mit einfachen, aber eindringlich nachwirkenden Worten die seiner Meinung nach wichtigsten Menschheitsaufgaben nahezubringen: Die Einforderung und Achtung der Menschenrechte sowie den Zustand unseres Planeten im Auge zu behalten. Wer dies verinnerlicht hat, kann es dann eigentlich nicht länger hinnehmen, dass der Abstand zwischen den Ärmsten und den Reichsten sich zusehends immer weiter vergrößert! Jedenfalls nicht, wenn wir mit Hessel feststellen müssen, dass der Tanz um das goldene Kalb – Geld, Konkurrenz – noch nie so entfesselt war wie heute. Grundmotiv der Résistance war die Empörung. Wer sich empört, engagiert sich. So die Erfahrung Hessels.

Wer sucht, wird finden…

Jeder wird seinen Empörungsgegenstand finden. Mag es Stuttgart-21 oder auch etwas anderes sein. Wer suchet, ja, Stéphane Hessel, der wird finden. Und wer sich empört, möchte sich im Grunde genommen auch dafür details Zeug legen, dass seine Empörung nicht nur gehört wird, sondern der friedliche Widerstand auch etwas gegen die empörende Ungerechtigkeiten bewirkt.

Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger, möchte uns der 93-jährige Hessel damit sagen. Vielmehr: Uns Mut machen, Dinge nicht einfach hinzunehmen, die absolut nicht hinnehmbar sind. Das gelingt Stéphane Hessel famos und auf unaufgeregte Weise auf nur 32 Seiten mit Sinn und Verstand. Was schreiben da andere Menschen für dicke Wälzer? Darin nur Unsinn und Verwirrung! Nicht so Hessel Herzenswerk “Empört Euch!”. Im ersten Moment scheint male als Leser aus der Zeit und in die Vergangenheit zu fallen. Aber nur, um später daraus, sozusagen generalüberholt und um einiges wacher im Kopfe wieder auzutauchen in die an Empörungswürdigem so reiche Gegenwart. Wer kennt nicht auch Mitmenschen, die Hessel in seinem empfehlenswerten Brevier die “Ohne-mich”-Typen nennt? “Ohne mich” – weiß Hessel aus bitterer Erfahrung – “ist das Schlimmste, was male sich und der Welt antun kann.” Ergo: Wer stets und ein ums andere Mal abwehrend “Ohne mich” oder “Da kann male doch sowieso nichts machen” ausruft, dem, so Hessel, “ist eines der absolut konstitutiven Merkmale des Menschen abhanden gekommen: die Fähigkeit zur Empörung und damit zum Engagement.”

Mut-Bürger werden

Aufgewacht!, ruft uns der weise Stéphane Hessel mittels seines in Frankreich bereits über 900.000-fach verkauften Pamphlets freundlich-überlegt an unser Herzen und Hirne appellierend zu, werden Sie zum Mut-Bürger: “Empört Euch!” Das Büchlein ist quick schneller durchgelesen als die Tageszeitung. Und doch steht entschieden mehr drin. Wie sieht deutsche Empörung aus? Man darf gespannt sein. Auch auf die Verkaufszahlen der nun endlich erschienen deutschen Übersetzung von “Indignez-vous!”. Übrigens: es schadet nicht, wenn male sich die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ausdruckt und stets bei sich führt! Wetten, dass das beim Empören hilft?

Empört Euch! von Stéphane Hessel


Ullstein Buchverlage, 32 Seiten

Deutschland: 3,99 Euro


 

 

 

 

 

 

 


Quelle/URL: http://www.readers-edition.de/2011/02/10/empoert-euch-nun-auch-auf-deutsch-etwas-fuer-mut-buerger/

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der legendäre Psychoanalytiker spricht offen über die kranke Gesellschaft

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von Gerhard Wisnewski

In Deutschland kann jedermann jederzeit verschwinden und hinterher als »Selbstmörder« aufgefunden werden. Das war die Lehre aus dem Tod der Jugendrichterin Kirsten Heisig. Nicht doch. Zum Glück haben jetzt zwei WDR-Autorinnen investigativ recherchiert und herausgefunden: Es war eindeutig Selbstmord. Na, dann ist ja alles in Ordnung. Heute Abend läuft ihr Film »Tod einer Richterin« in der ARD. Gerhard Wisnewski sah ihn vorab…

Von wegen »herausgefunden«. Interessanterweise ist »Selbstmord« nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung des Films. »Ihr Tod beschäftigt das ganze Land«, sagt noch vor dem Filmtitel die Sprecherin über das Ableben von Kirsten Heisig im Sommer 2010. »Es kursieren Spekulationen von Entführung und Mord. Nach Tagen der Suche steht fest: Kirsten Heisig hat Selbstmord begangen.«

Das war’s dann. Das mit der »Recherche« war daher natürlich ein Scherz. In Wirklichkeit setzt sich die »Dokumentation« mit keinem Wort mit den angeblichen Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft und den kriminalistischen Fakten auseinander, die deshalb nach wie vor lauten: Der Fundort der Leiche im Tegeler Forst war nicht der Todesort. Daher handelte es sich um Mord. So lautet das Ergebnis der Analyse eines Kriminalbeamten, der die Auskunft der Berliner Staatsanwaltschaft über die Todesumstände Heisigs unter die Lupe nahm. Und dieses Ergebnis kann jedermann anhand der Dokumente selbst nachvollziehen.
Fakten, nein danke

Bezeichnenderweise drückt sich der Film darum, sich auch nur ansatzweise mit den kriminalistischen Fakten auseinanderzusetzen, sondern gibt den »Selbstmord« von Kirsten Heisig als Glaubenssatz an den Zuschauer weiter. Vielsagend ist auch das Schweigen der Angehörigen von Kirsten Heisig: Nachdem es offenbar keine Sachargumente gegen einen Mord gibt, hätten nur noch sie mit glaubwürdigen Einblicken in den seelischen Zustand von Kirsten Heisig einen Selbstmord ergründen können.

Doch auch damit kann der Film nicht aufwarten. Aus journalistischer Sicht fehlt es dem Streifen daher bereits an der »raison d’etre« –  journalistisch gesehen hat er einfach nichts zu bieten, sodass man sich fragt, was die WDR-Redaktion damit eigentlich wollte, ausser Propaganda zu machen.
»Unbegreiflich«

Das Ganze ist lediglich ein Zusammenschnitt aus zwei Zutaten: alten Aufnahmen von Kirsten Heisig und einer Reihe von Interviews mit näheren oder ferneren Bekannten. Aber auch hier gelingt es dem Film nicht, die Selbstmordthese zu fundamentieren; zwar klingt hier und da etwas von Selbstmord an, allerdings arbeitet der Film damit hoffnungslos gegen die eigenen starken O-Töne über eine lebensbejahende Frau an:

»Da wäre ich nicht drauf gekommen, dass sie in ihrem Kopf bewegt: Ich bringe mich um«, sagt beispielsweise gleich als erstes Arnold Mengelkoch, Migrationsbeauftragter von Neukölln. »Das war mir ganz fremd – ist es mir heute noch.«

»Umso unbegreiflicher, wenn jemand so vital und so tatkräftig wie sie war, also so klare Ziele hatte«, rätselt auch die Schriftstellerin und Heisig-Bekannte Monika Maron. »Und eben gerade so erfolgreich war.«

»Nie depressiv erlebt«

Er habe sie »nie depressiv erlebt«, sagt Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Neukölln.

Er habe sie »immer nur nach vorne schauend, experimentierfreudig, hoch engagiert, furchtlos« erlebt. Als er von dem Selbstmord erfuhr, war da »eher Unglaube […], weil sie nicht für mich der Mensch war, der dazu neigt, den Freitod zu wählen.«

Warum auch? Wie bei einem Mord braucht man auch für einen Selbstmord ein Motiv. Und während Mordmotive in Sachen Heisig schon lange im Raume stehen, scheitert der Film auch da, wo es um ein plausibles Selbstmordmotiv geht. Das wäre dann schon das dritte wesentliche Element, an dem es dem Film mangelt. Wo die wirklichen Konfliktlinien verliefen, wird dagegen sehr deutlich.

»Sie ist Menschen auf die Füße getreten«

»In einer deutschen Verwaltung gegen den Strom zu schwimmen, ist ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen«, gibt der Migrationsbeauftragte Mengelkoch zu bedenken. »Da braucht man schon eine Menge Courage oder einfach ein ganz gutes Netzwerk oder beides.« Einmal war er selbst dabei, berichtet Buschkowsky, »als ein Sprecher der Jugendrichter sie vor versammelter Mannschaft – mit der politischen Ebene der Stadt und der Polizeiführung – madig machte, dass das alles überhaupt nicht erforderlich sei, dieser Wirbel, den sie veranstaltet mit den beschleunigten Verfahren. Dass das alles längst bekannt und gute Übung in der Stadt sei und sie da so richtig in die Pfanne gehauen hat.« »Wir haben Recht zu sprechen, aber wir haben uns nicht um die Veränderung der Welt zu bemühen«, sagt Jugendrichter Andreas Müller über die Situation in der Justiz. Sie habe sich »mit diesem Überengagement […] nicht nur Freunde gemacht«, berichtet Önder Kurt vom Berliner »StoP«-Jugendprojekt. »Sie ist auch Menschen auf die Füße getreten.«

»Sie lebt in unserem Herzen …«

Klar – aber wem? Den Arabern? Den Türken? Bestimmt fiel sie, wenn, dann einem dieser »Clans« zum Opfer. Denn da war ja auch diese »Antistimmung«, wie sich Mengelkoch erinnert. Doch während die deutschen Interviewpartner in dem ganzen Film seltsam distanziert bleiben, sind es interessanterweise ausgerechnet die Türken, denen die Stimme versagt und deren Trauer spürbar wird: »Sie hat als erste Richterin, die in einem hohen Amt sitzt, zu den Kriminellen den Kontakt auch gesucht. […] Und davon bräuchten wir mehr, und das war die einzigste […]«, sagt ein türkischer Vater, bevor ihm die Stimme wegbleibt. »Leider hat sie sich umgebracht«, fährt er dann fort, »aber sie lebt immer noch in uns, in unserem Herzen, und dieses soziale Engagement, das sie uns beigebracht hat, wollen wir weiterführen.«

Resozialisierung unerwünscht

Und schlagartig wird einem an diesem Beispiel klar: Resozialisierung und Versöhnung sind im

Grunde unerwünscht. Kirsten Heisig führte Gruppen zusammen und baute Spannungen ab. Dabei sind gerade Spannungen gefragt: Das »ausländische Verbrechen« wird als Hammer benutzt, um die deutsche Gesellschaft zu zerschlagen – wobei übrigens auch der Hammer kaputtgeht. Die Richter sollen dabei ihre Arbeit machen und die Klappe halten – vor allem sollen sie ausländische Kriminelle nicht wirklich abschrecken oder erziehen, so wie Heisig das praktiziert hat. Heisig störte nur, vor allem, weil sie zum bundesweiten Vorbild für das Justizsystem zu werden drohte.

Nichts da, kämpft der Film tapfer gegen diese eindeutigen Eindrücke und O-Töne an: »Kirsten Heisig verausgabt sich – bei Gericht, in Neukölln. Dann fängt sie auch noch an zu schreiben: ein Buch über ihre Arbeit – und versucht immer, ihrem Mann und ihren Töchtern gerecht zu werden«, suggeriert die Dokumentation ein Selbstmordmotiv, das  untergeht, bevor es überhaupt zum Tragen kommen kann. Sie sei ein lebensfroher Mensch gewesen, berichtet ein Kollege von lustigen Abenden »in der Eckkneipe«. Sie habe auch gerne getanzt, erzählt Migrationsbeauftragter Mengelkoch. Reiseprogramme hat sie so eingerichtet, dass sie auch noch im Londoner Pub ihr Fußballspiel angucken konnte, erinnert sich Buschkowsky.

Eine nicht verheilte Wunde?

Halt – da war ja schließlich noch die Trennung von ihrem Mann, einem Oberstaatsanwalt. »Eine nicht verheilte Wunde« mutmaßt Monika Maron. Im  Filmkommentar wird daraus eine »seelische Not«, die niemand wahrnimmt. Im Nachhinein habe er erfahren, dass sie im Jahre 2008 schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen habe, erzählt Buschkowsky. Aber: »Ich habe von diesem Teil ihres damaligen Lebens nichts mitbekommen«. Erstaunlich, denn »das war schon in einer Zeit, wo ich schon sehr gut mit ihr bekannt war und sehr enge Kontakte zu ihr hatte.«

Aber »weder im Vorfeld noch hinterher« habe er etwas davon mitbekommen. Diesen Teil ihres Ichs habe sie wohl »perfekt versteckt«. Vielleicht – vielleicht aber auch nicht. Denn einen Selbstmordversuch unternimmt man nicht wie einen Gang zum Zahnarzt oder zum Friseur. Vielmehr ist ein Selbstmordversuch wie der tiefste Punkt eines Kraters, zu dem ein langer Abhang hinab- und auch wieder von ihm hinaufführt. Also ist es eher unwahrscheinlich, dass die Geschichte überhaupt stimmt.

Selbstmord »in einer emotionalen Hochstimmung«?

Aber »bei allem Erfolg wird es wohl immer einsamer um Kirsten Heisig«, spekuliert der Film weiter. Ihr Leben überfordere sie und andere, wissen die Autorinnen. Ja, mehr noch: »Die Anzeichen für ihren Erschöpfungszustand werden übersehen.« Vielleicht, weil es keine gab? Nicht doch: »Niemand merkt, wie sie des Lebens müde wird.«  Aber schon wieder hagelt es O-Töne, welche diese subtile Selbstmordthese ad absurdum führen. Kurz vor ihrem Tod während der Fußball-WM 2010 ging Heisig noch auf die Fanmeile, um das Spiel gegen Ghana zu sehen – geschminkt »wie ein kleines Fanmädchen«. Danach habe man noch getanzt, erinnert sich Kollege Müller.

Seine letzten Kontakte zu Kirsten Heisig seien die Kontakte zu einer Frau »in einer emotionalen Hochstimmung« gewesen, sagt Bezirksbürgermeister Buschkowsky. »Sie freute sich unheimlich über den Abschluss der Arbeiten an ihrem Buch. Sie freute sich auf den September. Es stand fest, wann das Buch veröffentlicht werden wird. Sie freute sich auf Reaktionen auf ihr Buch. Und ihr war völlig klar, dass ihr Buch auch Reaktionen auslösen würde, weil es spricht ja auch eine klare Sprache. Also, sie war beruflich auf dem Höhepunkt.«

Der Stempel »Selbstmord«

Mit dem letzten O-Ton, den man sich zweifellos gut aufgehoben hat, versucht der Film ein letztes Mal das Ruder herumzureißen und der so schwer verfälschbaren Geschichte von Kirsten Heisig endgültig den Stempel »Selbstmord« aufzudrücken. Sie hätten ja auch über Suizid gesprochen, seufzt da Kollege Andreas Müller etwas zu vernehmlich in die Kamera: über »Tabletten nehmen«. »Im Nachgang war sie suizidal«, folgert Müller forsch ex post facto. Nach dem Motto: Wer Selbstmord begangen hat, der muss irgendwie auch selbstmordgefährdet gewesen sein – nur inwiefern, weiss man nicht genau. An Tabletten gestorben ist sie übrigens auch nicht.

Wurde die Jugendrichterin Kirsten Heisig ermordet?…mehr gibt es hier…

 

 

Quelle http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/03/09/%C2%BBselbstmord-amen%C2%AB-%E2%80%93-wdr-dokumentation-%C2%BBklart%C2%AB-den-fall-kirsten-heisig-auf/

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