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Autor: Manfred Loosen – Kategorie: Gentechnik

Kaum hat Brüssel die Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Futtermittel gekippt, schon wollen einige Bundesländer das Reinheitsgebot im Saatgut aufweichen. Dazu liegt ein Antrag des Agrarausschusses beim Bundesrat, über den am Freitag, 18. März 2011 abgestimmt werden soll. Doch nur garantiert sauberes Saatgut bannt die Gentechnik vom Acker und vom Teller. Diese Forderung der Organisationen „Save Our Seeds“ und „Campact“ kann man jetzt im Internet zu unterstützen.

Die Agrarminister von Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben den Antrag in den Bundesrat eingebracht. Sie fordern von der Bundesregierung eine rasche Gesetzesvorlage, die die geltende Nulltoleranz für gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut durch eine “für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung” ablöst. Das heißt im Klartext: Sie wollen einen Grenzwert für gentechnische Verunreinigung.

Dabei besteht kein Grund, Schlupflöcher für die Missachtung eines strikten Reinheitsgebotes zu eröffnen. Die geltenden Vorschriften sind für die Saatgutunternehmen praktikabel und werden weitgehend eingehalten.

Die Einführung einer “technischen Lösung” hingegen würde bedeuten, Messverfahren so festzulegen, dass ein gewisses Maß an Gentechnikkontaminationen toleriert würde. Damit wird Gentechnik auf dem Acker unsichtbar und entzieht sich der Kontrolle. Wir fordern: Jede gentechnische Verunreinigung von Saatgut muss weiterhin verhindert, kontaminiertes Saatgut unverzüglich aus dem Verkehr gezogen bzw. zurückgerufen werden.

Bundesländer wollen Reinheit des Saatguts abschaffen

Wird die Verunreinigung von Saatgut mit Gentechnik hingenommen, dann ist kein Acker mehr sicher. Die Bauern können nicht wissen, ob sich zum Beipiel auf ihrem Maisacker genmanipulierte Pflanzen befinden. Einmal auf dem Feld kann sich dieser GVO-Mais unkontrolliert ausbreiten. Letztlich landet die Gentechnik unbemerkt in unserem Essen – die Wahlfreiheit des Verbrauchers würde ad absurdum geführt.

Hier spricht die Gentechniklobby

Der Antrag der drei Bundesländer spricht die Sprache der Gentechniklobby: Weltweit würden gentechnisch manipulierte Pflanzen angebaut, deshalb wäre eine Verunreinigung von Saatgut mit Gentechnik unvermeidbar.
Das ist Unsinn, denn der Anbau von Gentech-Pflanzen konzentriert sich weitgehend auf Nord- und Südamerika. Europa hingegen ist mit Ausnahme Spaniens weitgehend frei vom GVO-Anbau. Echte Wahlfreiheit gibt es nur, wenn wir beim Saatgut keine schleichenden Kontaminationen zulassen.

Bislang halten nur Nordrhein-Westfalen und das Saarland gegen den Vorschlag. Jetzt müssen wir weitere Bundesländer dafür gewinnen, sich klar für die Gentechnikfreiheit im Saatgut einzusetzen.

Die Organisationen „Save Our Seeds“ und „Campact“ fordern dazu auf, ihre Protest-Aktion im Internet zu unterstützen.

Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut!

Die gentechnikfreie Bewegung kann heute feiern: Durch den massiven Protest der letzten zwei Wochen konnten wir erreichen, dass eine große Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat gegen die Aufweichung der Saatgutreinheit gestimmt hat. Dabei war die Lage vor zwei Wochen erschreckend. Im Agrarausschuss des Bundesrats hatten zehn der sechzehn Bundesländer für Gentechnik im Saatgut gestimmt bei nur zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen. Dieses Verhältnis hat sich radikal umgekehrt. Eine eindeutige Mehrheit lehnte heute den Antrag aus dem Agrarausschuss in diesem Punkt ab. Ein voller Erfolg für uns, denn es ist nicht üblich, dass sich die Ministerpräsidenten gegen das Votum ihrer Agrarminister stellen.

Heute morgen hatten sich rund 100 Aktive vor dem Bundesrat versammelt. Mit Trillerpfeiffen und Schildern waren sie für den Schutz des Saatguts angetreten. Zu unserer Versammlung hatten wir im Vorfeld alle Ministerpräsidenten eingeladen, denen wir die Unterschriften noch nicht bei den vorangegangenen Aktionen überreicht hatten. Es kamen gleich vier Landesvertreter/innen, die uns ihre Stimme gegen Gentechnik im Saatgut versprachen: Kurt Beck (SPD Rheinland-Pfalz), Johannes Remmel (Die Grünen Nordrhein-Westfalen), Monika Helbig (SPD Berlin) und Michael Boddenberg (CDU Hessen). Die Bundesländer, die den Antrag für die Aufweichung der Saatgutreinheit über den Agrarausschuss eingebracht hatten, schickten leider keinen Vertreter zu uns vor die Tür. Also stellten wir das Verhalten der Ministerpräsidenten Mappus (CDU Baden-Württemberg), McAllister (CDU Niedersachsen) und Carstensen (CDU Schleswig-Holstein) auf der Bühne dar. Die Schauspieler mit den Masken der genannten Politiker animierten einen Gentechnik-Laboranten, kontaminiertes Saatgut auszustreuen. Aber die Demonstranten stellten sich schütztend vor einen Behälter mit sauberem Saatgut und verhinderten die Durchmischung mit der Gensaat.

Zum Abschluss unserer Aktion gegen Gentechnik im Saatgut ist eines klar: Ein spontanes, kraftvolles Engagement kann große Wellen schlagen. Über 65.000 Menschen appellierten in den vergangenen neun Tagen an ihre Ministerpräsidenten, in sechs Bundesländern fanden sich kurzfristig Aktive, die Kundgebungen und Übergaben der Unterschriften organisierten. 42 Organisationen und Unternehmen stellten sich mit einem Appell hinter den Schutz der Saatgutreinheit ohne Wenn und Aber. Als Resultet wurde in den Staatskanzleien der Länder erst abgewiegelt – und dann neu verhandelt; nicht zuletzt, weil auch SPD und Grüne in den von ihren mitregierten Ländern darauf pochten. Das Ergebnis unseres Protestes kann sich sehen lassen! Vielen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben.

Quellen

http://www.naturkost.de/wp/2011/03/gentechnikfreies-saatgut-in-gefahr/

http://www.campact.de/gentec/bl1/bula

http://blog.campact.de/2011/03/erfolg-bundesrat-stoppt-gentechnik-im-saatgut/

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Lebensmittelsicherheit nicht gewollt
Verbraucherschützer schreien auf. Das strickte Reinheitsgebot zum Import von nicht in Europa zugelassenen Lebens- und Futtermitteln soll gekippt werden. Die Folgen sind nicht absehba

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(Zentrum der Gesundheit) – Die Null-Toleranz-Grenze bei Futtermitteln wird aufgehoben. Nicht weil sich die bisherigen Bedenken in Bezug auf die Harmlosigkeit gentechnisch veränderter Pflanzen für Umwelt und Gesundheit als unbegründet herausgestellt hätten, sondern weil die Futtermittelindustrie die wirtschaftlichen Einbußen, die sich regelmäßig aufgrund der bisher gültigen Null-Toleranz-Grenze ergaben, nicht mehr hinnehmen möchte.

Die Menschen in Europa sind mehrheitlich gegen Gentechnik

Zwar hat eine kürzlich durchgeführte Umfrage in Europa gezeigt, dass nicht weniger als 95 Prozent der Europäer gentechnisch veränderten Organismen (GVO) mit einer gewissen Skepsis gegenüber stehen. Doch nützt uns unsere Skepsis herzlich wenig, wenn wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen.
Schwellenwert für illegale Genpflanzen

Bisher durften im Tierfutter in der EU keine gentechnisch veränderten Pflanzen vorhanden sein, die noch nicht über eine EU-Zulassung verfügten. Es galt die sog. Null-Toleranz-Grenze. Das soll nun anders werden. Künftig dürfen auch Gen-Pflanzen ohne EU-Zulassung bis zu einem gewissen Schwellenwert von 0,1 Prozent im Viehfutter sein.

Dabei handelt es sich bevorzugt um Maissorten, die gentechnisch verändert sind und die in anderen Ländern der Erde bereits fröhlich angebaut werden, in der EU nach den geltenden Prüfstandards jedoch noch nicht für sicher und auch nicht für eindeutig ungefährlich befunden wurden.
Schwellenwert von 0,1 Prozent

Zwar hören sich 0,1 Prozent nach sehr wenig an, betrachtet man sich jedoch diese Menge auf beispielsweise einem Maisfeld, so würden sich auf einem Hektar gentechnikfreier Pflanzen immerhin 10 Quadratmeter voller illegaler Genpflanzen ausmachen lassen.
Logistisch nicht mehr möglich: Sauberes Viehfutter

Der Grund für die Lockerung des Reinheitsgebots scheint schnell erklärt: In letzter Zeit hätten sich angeblich gehäuft ganze Schiffsladungen mit Viehfutter, das mit nicht zugelassenen Genpflanzen verunreinigt war, in den Häfen Europas eingefunden.

Aufgrund der Null-Toleranz-Grenze in der EU habe man diese Schiffe wieder unverrichteter Dinge in ihre Heimathäfen (z. B. die USA) zurück schicken müssen, was natürlich großen Verlusten gleichgekommen sei. Rein logistisch sei es also einfach nicht mehr möglich – so hieß es – ein Futter zu liefern, das frei von illegalen Genpflanzen sei.
Aufhebung der Null-Toleranz aus Sicherheitsgründen?

Laut Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Situation ein klein wenig anders aus:

Im Jahr 2010 gab es nicht einen Eintrag über Futtermittelverunreinigungen durch nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen, auch 2011 noch nicht.

Warum also dann – wenn von verunreinigten Schiffsladungen weit und breit keine Spur zu scheint – der neue Schwellenwert?

Wir müssen Sicherheitssysteme einführen und Maßnahmen einleiten, um das Risiko einer Vermischung mit nicht zugelassenen GVO zu minimieren

meint Claudia Döring vom Deutschen Raiffeisenverband. Ein Schwellenwert, der eine Vermischung mit nicht zugelassenen GVO überhaupt erst erlaubt, soll das Risiko einer Vermischung minimieren?

Das klingt wenig einleuchtend.
Noch ein angeblicher Grund: Eiweißfutterdefizit

Der Deutsche Bauernverband hingegen hat eine andere Erklärung parat. Es gehe darum, dass Eiweißfutterdefizit in der EU zu beheben. Um die Versorgung mit Futtermitteln sicherzustellen und Lieferengpässe auszuschließen, brauche man die neue Regelung.

Abgesehen davon, dass gerade die übermäßige Eiweißfütterung zu vielerlei gesundheitlichen Problemen der heute üblichen bemitleidenswürdigen Hochleistungstiere in den Massenställen beiträgt und damit sicher nicht zu gesünderen Produkten führt, ist man bei den Grünen ganz anderer Meinung:

Die Lobbyinteressen der Futtermittelindustrie haben sich durchgesetzt

sagt Martin Häusling, Mitglied des Agrarausschusses und Koordinator der Grünen im EU-Parlament.
Lebensmittel sollen dem Viehfutter alsbald folgen

Die Viehfutterindustrie freut sich jedenfalls mächtig, hat sie doch für diesen Schritt seit fünf Jahren tapfer gekämpft. Doch ist sie längst noch nicht zufrieden. Bernhard Krüsken, Geschäftsführer des Deutschen Verbands Tiernahrung, verkündet daher, weitere Schritte müssten diesem ersten unbedingt folgen.

Und da er der Meinung ist, man sollte Futtermittel und Lebensmittel keinesfalls unterschiedlich behandeln, dürfen wir annehmen, dass sich Herr Krüsken und Kollegen intensiv dafür einsetzen werden, damit auch im Lebensmittelbereich eine Lockerung der hier bislang noch bestehenden Null-Toleranz-Grenze eingeführt wird.
Freie Bahn für Gentechnik

Der wirkliche Grund für die Aufhebung der Null-Toleranz ist also kein geringerer als der, dass man langsam zwar, aber dennoch zielstrebig jene Bahn für gentechnisch veränderte Organismen frei machen will, die mitten auf unsere Teller führt.
EU-Kommission überschreitet Kompetenzen

Die Umweltverbände wollen den Abschied von der Null-Toleranz-Grenze nicht hinnehmen. Da laut eines vom BUND beantragten juristischen Gutachtens die Europäische Kommission nach EU-Recht gar nicht befugt war, die Schwellenwert-Regelung für gentechnisch veränderte Organismen im Tierfutter ohne EU-Zulassung überhaupt vorzuschlagen, will die Umweltschutzorganisation beim Europäischen Gerichtshof gegen die neue Verordnung klagen, um weiterhin den Verbraucherschutz vor das Wohl der Industrie zu stellen.
Schwellenwerte machen Null-Toleranz praktikabel

Eine Umweltschutzorganisation muss sich also für unser Wohl einsetzen, während die Regierung sich darüber freut, „die Null-Toleranz praktikabler gemacht zu haben“, wie es aus dem Aigner-Ministerium hieß.

Vielleicht sollte irgendjemand das Ministerium darüber aufklären, dass eine Null-Toleranz im Augenblick der Schwellenwerteinführung gar keine Null-Toleranz mehr ist.
Quelle:

gentechnik-hintertuer

 

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Die Versuche mit genmanipulierten Zuckerrüben sollen jetzt in Deutschland ausgeweitet werden. Ab März will Monsanto drei Jahre lang seine Gen-Rüben in Sachsen-Anhalt und voraussichtlich auch an weiteren Standorten testen.

Obwohl in den USA der Anbau genmanipulierter Zuckerrüben bereits Mitte 2010 verboten wurde, ist in Deutschland wieder ein Freisetzungsversuch beantragt worden. Anmelder ist die Monsanto Agrar Deutschland GmbH. Bereits seit 2008 laufen mit diesen Rüben Freisetzungsversuche des deutschen Saatgutkonzerns KWS beziehungsweise dessen hundertprozentiger Tochter, Planta GmbH. Die manipulierten Rüben wurden von der KWS gemeinsam mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto entwickelt.

Ihnen wurde ein Resistenz-Gen gegen das Totalherbizid Roundup (mit dem Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto eingebaut. Noch bevor der letzte Versuch abgeschlossen ist sollen diese Rüben erneut von 2011 bis 2013 in Nienburg / Saale in Sachsen-Anhalt in die Umwelt freigesetzt werden. Hier geht es nicht um Wissenschaft sondern um die Durchsetzung der kommerziellen Anwendung.

Da ein Antrag auf kommerziellen Anbau in der EU von der KWS und Monsanto schon vor mehreren Jahren eingereicht wurde, ist klar: Ziel der Freisetzung ist es, den Anbau genmanipulierter Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen.

Darum muss der Versuch verboten werden:

* Der durch den Versuchsanbau eingeleitete kommerzielle Anbau von genmanipulierten Zuckerrüben ist aufgrund der Biologie der Pflanze hochriskant und öffnet gentechnischer Verunreinigung über einen langen Zeitraum und lange Distanzen Tür und Tor: Zuckerrüben kreuzen über extrem weite Entfernungen aus – laut jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen bis zu 10 Kilometer. Zuckerrüben können befruchtungsfähige Nachkommen mit verwandten Arten wie Mangold, Spinat oder Rote Beete bilden.
* Zuckerrüben können langlebige Unkrautpopulationen bilden, transgene Konstrukte sich dadurch für lange Zeit in der Umwelt halten
* Das Pestizid Roundup, gegen das die Gen-Rüben resistent gemacht wurden, ist hochtoxisch. Aktuelle Studien zeigen massive Schäden bei Amphibien, toxische Effekte auf DNA und Gebärmutterzellen. Die Verwendung dieses Ackergifts darf daher keinesfalls durch den Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen weiter gefördert werden.
* In mehrjährigen Versuchen wurde in England nachgewiesen, dass der Anbau herbizidresistenter Gen-Rüben noch schädlichere Auswirkungen auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt hat als der konventionelle pestizidbasierte Zuckerrüben-Anbau.
* Der Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen führt, wie die Beispiele Kanada, USA oder Argentinien zeigen, zu einer beschleunigten Resistenzbildung von Ackerkräutern gegen die entsprechenden Pestizide. Resultat ist ein steigender Pestizideinsatz.

Werden Sie aktiv:
Fordern Sie Landwirtschaftsminister Aigner auf, die Freilandexperimente von Monsanto und KWS mit genmanipulierten Zuckerrüben zu verbieten!

Jetzt, die Pedition gegen Monsantos Gen-Zucker unterschreiben

Quelle

http://www.giftig.me/2011/02/monsanto-gen-zucker-in-den-usa-verboten-soll-in-deutschland-erlaubt-werden/

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