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Posts Tagged ‘Cholesterinspiegel senkend’


Heilpflanzen-Pflanze des Monats April

Botanischer Name für Bärlauch » Allium ursinum

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitete und häufige, früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt. Bärlauch wird auch Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre genannt.

Der schweizerische Naturarzt und „Kräuterpfarrer“ Johann Künzle lobte den Bärlauch in höchsten Tönen:

„Die Pflanze reinigt den ganzen Leib, treibt kranke, verstockte Stoffe aus, macht gesundes Blut, vertreibt und tötet giftige Stoffe. Ewig kränkelnde Leute, solche mit Flechten und Aißen, Mehlgesichter, Skrofulöse und Rheumatische sollten den Bärlauch verehren wie Gold. Kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut. Die jungen Leute würden aufblühen wie Rosenspaliere und aufgehen wie ein Tannenzapfen an der Sonne!“

In seinem Buch erzählt Johann Künzle auch von Familien, die früher das ganze Jahr über kränkelten, herumdoktorten, voller Ausschläge und Flechten waren, skrofulös am ganzen Leib, bleich aussahen, als wenn sie schon im Grabe gelegen und von den Hennen hervorgescharrt wären, die nach längerem Gebrauch von Bärlauch vollständig gesund und frisch wurden.

Johann Künzle

Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen,
sondern einfach aufessen würden,
wären sie es nicht nur los,
sondern würden auch noch gesund.

(Johann Künzle)

Ein altes englisches Sprichwort deutet ebenfalls auf die sagenumwobene Kraft des Bärlauch hin:

Iss Porree im Frühling und Bärlauch im Mai,
dann haben die Ärzte im nächsten Jahr frei!

(altes englisches Sprichwort)

Der Bärlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 50 Zentimeter erreicht. Die sehr schlanke, längliche Zwiebel wird aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang. Sie ist umgeben von durchsichtigen, weißlichen oder gelblichen Häuten, die sich später bis auf einige Borsten reduzieren. Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz. Der aufrechte, kompakte Stängel ist dreikantig bis annähernd rund und nur am Ansatz beblättert. Blütezeit ist von April bis Mai.

Der Bärlauch kommt in fast ganz Europa mit Ausnahme der immergrünen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis nach Nordasien (Kleinasien, Kaukasus) in Höhenlagen von Meereshöhe bis in 1900 Meter Höhe (Voralpen) vor. Er ist häufig und findet sich teils in großen Beständen in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Auen, Schluchten, unter Sträuchern oder an Bächen. [1]

In Deutschland ist der Bärlauch im Süden verbreitet, im Norden seltener.[3] In Brandenburg und Hamburg wird der Bärlauch in der Roten Liste in der Kategorie 1 („vom Aussterben bedroht“) geführt. In Bremen gilt er als extrem selten und in Schleswig-Holstein wird er als „potenziell gefährdet“ (Kategorie 4) eingestuft. [5] In Österreich ist er häufig bis zerstreut vorkommend, in Osttirol fehlt er, im westlichen und südlichen Alpengebiet Österreichs ist er gefährdet

Der Bärlauch ist ein Nährstoffzeiger, schätzt tiefgründige und humose, lockere, anhaltend feuchte Böden Der Bärlauch gehört mit dem Buschwindröschen, dem Gelbstern, der Frühlings-Knotenblume, und dem Lerchensporn zur Corydalis-Gruppe, die für mäßig feuchte bis feuchte, kalkreiche Böden kennzeichnend ist. Bevorzugte Waldgesellschaften sind Ahorn-, Eschen-, Eichen– oder UlmenMischwälder, in denen er bei entsprechenden Bodenverhältnissen eine Differentialart kalk- und nährstoffreicher Böden ist. Besonders häufig tritt er in Bärlauch-Buchenwäldern (Kalkbuchenwäldern oder Braunmullbuchenwäldern) auf und ist in seiner natürlichen Verbreitung an ozeanische Klimate oder geschützte Standorte gebunden. In solchen geophytenreichen Waldgesellschaften bedecken die Blätter des Bärlauches im zeitigen Frühjahr den gesamten Waldboden. Der Bärlauch kommt in Mitteleuropa zwar nur zerstreut vor, bildet aber häufig Massenvorkommen. [7]

Zwei bis drei Monate nach dem Austrieb vergilben die Blätter durch Erwärmung der oberen Bodenschicht und verströmen dabei den typischen Knoblauchgeruch. Innerhalb dieser Zeit müssen die Samen ausgebildet sein bzw. in den Zwiebeln wieder genügend Nährstoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr gespeichert.

Und nicht zuletzt deutet der Name „Bär“-Lauch auf die gewaltigen Kräfte des Bären hin, in deren Besitz auch der Mensch nach dem Verzehr des Bärlauch gelangen könne. (Jedenfalls glaubten das die alten Germanen.)

Als Nahrungsmittel (egal ob mit kultischer oder ohne kultische Bedeutung) wurde der Bärlauch jedenfalls schon von unseren Vorfahren in der Steinzeit verwendet. Dies haben Samenfunde des Bärlauch bei archäologischen Ausgrabungen ergeben.

Bärlauch in der Küche

Bärlauch-Pesto ist eine wunderbare Möglichkeit, den köstlichen Bärlauch-Geschmack für etwa zwei Monate zu bewahren.

Das Bärlauch-Pesto entspricht dem italienischen Original-Pesto, das mit Basilikum zubereitet wird. Basilikum und Bärlauch haben gemeinsam, dass ihre grossen Blätter frisch sehr köstlich schmecken, aber schnell welk werden und dann an Aroma verlieren. Dadurch ist es bei beiden sinnvoll, sie auf eine Weise haltbar zu machen, bei der das Aroma erhalten bleibt.

Beim traditionellen Verfahren wird Pesto mit dem Mörser zubereitet, man kann es jedoch auch mit dem Pürierstab herstellen.

Zutaten:

  • 125 gr Bärlauch
  • 30 gr Parmesankäse – fein gerieben
  • 50 gr Pinienkerne – leicht geröstet
  • 125 ml Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Bärlauchblätter vorsichtig waschen und abtrocknen und dann in feine Streifen schneiden. Die Pinienkerne rösten, bis sie etwa hellbraun sind ( der Geruch ist unvergesslich lecker).

Nun muss man die Pinienkerne zerkleinern; entweder mit einem großen Messer zerstückeln oder man greift zu einer Nussmühle und lässt sie zermahlen. Einige Pinienkerne hebt man auf, damit kann man später die Hauptspeise dekorieren.

Jetzt kommen alle Zutaten in ein hohes Gefäß und zerkleinert sie mit einem Pürierstab. Soweit fertig.

Um die selbstgemachte Bärlauch-Pesto gegen Schimmel und verderben zu schützen -denn sie enthält ja keinerlei Konservierungsstoffe – muss sie in gründlich gereinigte Gläser gefüllt werden.

Am besten lagert man sie Licht-geschützt und gekühlt. Im Kühlschrank hält sich die Bärlauch Pesto so etwa 1 Woche.

Heilwirkung:

Die Wirkungen des Bärlauchs sind vielfältig.

Bärlauch wirkt:

  • adstringierend,
  • anregend,
  • antibiotisch,
  • blutreinigend,
  • entzündungshemmend,
  • harntreibend,
  • hautreizend,
  • krampflösend,
  • schleimlösend,
  • schweisstreibend,
  • tonisierend,

Anwendungsbereiche:

Aus den zahlreichen Wirkungen des Bärlauchs ergeben sich naturgemäss auch viele Anwendungsgebiete für den Bärlauch:

Atemwege

  • Asthma,
  • Husten,
  • Bronchitis,
  • Fieber,

Stoffwechsel

  • Stoffwechsel anregend,
  • Frühjahrskur,
  • Frühjahrsmüdigkeit,
  • Rheuma,

Verdauung

  • Appetitlosigkeit,
  • Blähungen,
  • Verdauungsstörungen,
  • Durchfall,
  • Würmer,
  • Galle treibend,

Kreislaufsystem

  • Arteriosklerose,
  • Bluthochdruck,
  • Cholesterinspiegel senkend,

Verwechslungsgefahr

Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstab verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig, die Vergiftungen können tödlich sein. Verwechslungsgefahr besteht vor allem, weil der Bärlauch vor der Blüte gesammelt wird. Die verbreitete Erkennungsmethode, die Blätter zwischen den Fingern zu zerreiben, um den typischen Geruch freizusetzen, ist nicht unproblematisch, da die Finger den Geruch annehmen, wodurch anschließende Tests unzuverlässig werden.

 

Verwechslungsgefahr

 

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rlauch

http://baerlauch.die-heilpflanze.de/

http://www.geschmacksknospen.de/selbstgemachte-baerlauch-pesto/

http://www.heilfastenkur.de/Baerlauch.shtml

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